Freitag, 5. April 2013

[Rezension] Die erste Liebe [nach 19 vergeblichen Versuchen]

Titel: Die erste Liebe [nach 19 vergeblichen Versuchen]
Originaltitel: An Abundance of Katherines
Autor: John Green
Verlag: Carl Hanser
Genre: Young Adult
Format: Paperback
Seitenanzahl: 320
Preis: 8,95€
ISBN: 978-3423624497
Erscheinungsdatum: 1. Juni 2010




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Klappentext:
Colin ist ein echtes Wunderkind: Er spricht elf Sprachen fließend, bildet liebend gerne Anagramme und ist überhaupt ein wandelndes Lexikon.
In der Liebe allerdings läuft es alles andere als gut.
Gerade hat ihn zum neunzehnten Mal eine Katherine sitzengelassen.
Auf einer Reise quer durch Nordamerika, zu der ihn sein Freund Hassan überredet hat, entwickelt Colin ein Theorem, mit dem er in Zukunft rechtzeitig vorausberechnen will, wann ihn eine Freundin abservieren wird.
Doch dann lernt er Lindsey kennen, die sein mühsam ausgearbeitetes Theorem mit einem Wimpernschlag widerlegen wird.

Äußeres Erscheinungsbild:
Das Cover passt einigermaßen gut zum Inhalt. Es ist zwar nicht das Beste, aber es soll den Roadtrip der beiden Freunde darstellen. Dass dieser zwar nur die ersten 50 Seiten des Buches einnimmt, scheint egal gewesen zu sein. Na gut, dass Auto, mit dem dieser Trip passiert nimmt aber auch danach noch am Leben von Colin teil. (Das Auto wird "liebevoll" Satans Leichenwagen genannt.)
Den Titel finde ich nicht so schlimm, wie einige der anderen Übersetzungen von John Greens Büchern. "Die erste Liebe" finde ich zwar etwas unglücklich gewählt, denn rein theoretisch war er ja schon mal verliebt (nur eben nicht in alle 19 Katherines). Der englische Titel gefällt mir dennoch besser und mit "abundance" (Überfluss) ist er auch so richtig schön bissig.


Am Morgen nachdem das anerkannte Wunderkind Colin Singleton seinen Highschool-Abschluss gemacht hatte und ihn zum neunzehnten Mal in seinem Leben ein Mädchen names Katherine sitzen ließ, legte er sich in die Badewanne.


Eigene Meinung:
John Green ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren. Bei "Die erste Liebe" handelt es sich um das vierte Buch das ich von ihm gelesen habe. Leider ist es auch mit das schlechteste. Schlecht ist hier relativ, denn schlecht ist auch dieses Buch nicht, nur nicht ganz so stark wie "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" oder auch "Eine wie Alaska".
Die Idee mit dem Roadtrip und dem Freund und dann dem Mädchen ist sicher nicht neu. Aber wie Green das ausgeschmückt hat, ist wieder unverwechselbar. Nur er schafft es solche einfachen, langweiligen Dinge absolut bemerkenswert zu machen.
Ich meine, wer kommt schon auf die Idee aus unzähligen Wörtern Anagramme zu bilden? John Green und durch ihn dann der Hauptcharakter Colin.
Das Buch ist wieder so schön amüsant und satirisch geschrieben, nur leider musste ich nicht wirklich laut losachen, wie zum Beispiel bei "Das Schicksal ist ein mieser Verräter".
Jedes Buch von ihm ist etwas anderes aufgebaut. Dieses hier hat immer kleine Einschübe aus seiner Vergangenheit mit jeweils einer Katherine. Das fand ich sehr spannend zu lesen. Zudem kommen hier und da jeweils Fußnoten zum Einsatz, die lustige Kommentare zu bestimmten Zeilen enthalten. Dies sind für mich das Highlight des Buches gewesen.
Zwischendrin wurde es immer mal mathematisch. Ich habe zugegen nicht immer alles verstanden, aber das war eh unwichtig für das Buchverstehen. Aus diesem Grund habe ich auch den Anhang weggelassen, der laut Green von einem Mathematiker stammt.

Colin ist ein komplexer Charakter, so dass ich gleich ein Bild von ihm hatte. Der Streber, der zwar komisch ist, aber was auch genug Mädchen attraktiv finden. Eigentlich ein Charakter zum Liebhaben, wäre da nicht Miles (aus "Eine wie Alaska") und Quentin (aus "Margos Spuren"). Jeden dieser Hauptcharakter hat zwar einen anderen komischen Tick (der eine bildet Anagramme am laufenden Band, der andere ist mit letzten Worten von berühmten Personen besessen). Das ist wirklich toll und originell, nur irgendwar waren alle Typen am Ende merkwürdig und komisch, jeder auf seine andere Art, aber irgendwie waren sie mir alle zu ähnlich.
Das selbe ist bei den Mädchen der Fall. Die sind entweder unheimlich lieb (wie hier Lindsey), geheimnisvoll (Margo aus "Margos Spuren") oder temperamentvoll ("Alaska" aus "Eine wie Alaska"). Vor allem sind sie immer eins: beliebt. Die Mädchen sind alle irgendwie rebellisch veranlagt, aber halt auch alle irgendwie gleich.
Es ist alles anders, aber auch irgendwie gleich. Ich kann es nicht so wirklich mehr beschreiben.
Hassan ist toll. Seine mir-ist-alles-egal Haltung war wirklich unterhaltsam und auch die Sprüche, die er manchmal gebracht hat. Herrlich.
Der Ort Gutshot ist unheimlich interessant. Er ist sehr klein, doch die Personen die man zu Gesicht bekommt, scheinen alle sehr liebenswürdig (bis auf ein zwei bestimmte Personen) und vor allem Lindseys Mutter ist einfach nur klasse.

Vor allem am Ende wird wieder sehr deutlich, dass Green ein bestimmte Gabe hat. Er schreibt nicht nur teilweise poetische Sachen, nein, er  beschreibt auch immer sehr deutlich was im Leben wirklich wichtig ist und schafft es, dass ich mich immer persönlich angesprochen fühle und nachdenke. Er findet in jedem Buch irgendwie einen Sinn des Lebens.




Fazit:
Mal wieder ein unheimlich gutes Buch von John Green. Er beweist wieder, warum er so viele Fans hat. Ich habe mich wieder sehr schnell durch dieses Buch gefunden und habe mich am Ende war ich traurig, dass es vorbei war. Doch leider muss ich ein Herz abziehen, denn seine Bücher sind zwar alle anders, aber ein Schema kann ich leider schon erkennen.

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