Sonntag, 19. Mai 2013

[Rezension] Der beste Freund, den man sich denken kann - Matthew Dicks

Titel: Der beste Freund, den man sich denken kann
Originaltitel: Memoirs of an Imaginary Friend
Autor: Matthew Dicks
Verlag: Bloomsbury Berlin
Genre: Roman
Format:  Hardcover
Seitenanzahl: 442
Preis: 199,99€
ISBN: 978-3827011404
Erscheinungsdatum: 26.Februar 2013 

Vielen Dank an den Bloomsbury Berlin Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplars.



Klappentext:
Budo ist ein imaginärer Freund - kein leichter Job, ist er doch ausgerechnet der imaginäre Freund von Max. 
Und der hat massenhaft Probleme.
Mit den Eltern, in der Schule und vor allem mit sich selbst.
Doch erst, als eine Lehrerin etwas Unheimliches im Schilde führt, muss Budo gravierender in die reale Welt eingreifen, als im Lieb ist.
Ein außergewöhnlicher Roman mit einem einzigartigen Erzähler, der uns daran erinnert, was es heißt, ein Freund zu sein - ganz gleich, ob real oder imaginär.

Budo ist der bester Freund, den sich der achtjährige Max vorstellen kann.
Eben weil es sich ihn nur vorstellt.
Und was das betrifft, hat Budo mit seinem Erschaffer echt Glück gehabt: Budo besitzt Arme, Beine und sogar Ohren - ein Detail, das bei imaginären Freunden gern vergessen wird (weshalb diese oft ziemlich schlecht hören).
Seit fünf Jahren begleitet Budo Max durch ein nicht ganz einfaches Leben.
Denn Max ist anders als die anderen Jungen: Er mag es nicht, wenn man ihn berührt, er liebt es, Dinge zu ordnen, er schaut Menschen ungern in die Augen.
Kein Wunder, dass die Schule ein einziger Spießrutenlauf für ihn ist.
Als die Lehrerin Mrs. Patterson ein verdächtiges Interesse an Max bekundet, spitzt sich die Situation jedoch zu, so dass Budo eine dramatische Entscheidung treffen muss.

Äußeres Erscheinungsbild:
Als ich das Cover das erste Mal bei der Verlosung auf Lovelybooks gesehen habe, hat es mir gar nicht zugesagt. Es ist mir zu abstrakt und damit kann ich generell weniger bei Büchern anfangen.
Eigentlich ist es doch ganz schön. Ein Junge, auf dessen Kopf ein kleiner imaginärer Freund Ball spielt.
Der Titel hingegen ist ganz toll, denn Budo ist für Max ja der beste Freund und im Laufe der Geschichte habe ich festgestellt, wie toll er wirklich ist. So einen Freund hätte ich auch gerne, auch wenn er nur imaginär wäre.


Was ich weiß, ist das: Mein Name ist Budo. Ich bin seit fast sechs Jahren am Leben.


Eigene Meinung:
Die Inhaltsangabe versprach ein außergewöhnliches Buch und mit dementsprechend großen Hoffnungen bin ich ans Lesen gegangen. Und was soll ich sagen, sie wurden vollends erfüllt. Dieses Buch ist einfach wunderbar und hat mich sprachlos zurückgelassen. Warum? Das verrate ich euch gerne.

Die Idee finde ich einmalig. Ich habe noch von einem Buch gehört, dass imaginäre Freunde so ausführlich thematisiert und die Geschichte sogar von einem erzählt wird. Ja, ihr habt richtig gelesen, die Geschichte wird von Budo, dem imaginären Freund, erzählt.

Auch die Handlung finde ich sehr gelungen. Das Buch ist sehr emotional geschrieben, lässt einen aber immer mal schmunzeln. Zu dieser sehr lebensechten Handlung, mit Max, der massig Probleme hat, kommt dann später auch noch eine ordentliche Portion Spannung und auch Dramatik.

Der Schreibstil von Dicks ist sehr kreativ und einfach toll zu lesen. Er setzt versetzt sich so in den imaginären Freund, dass ich mich öfters gefragt habe, ob es solche Freunde wie Budo, Oswald, Teeny und die anderen nicht vielleicht doch gibt und sie mitten unter uns weilen und wir bekommen es gar nicht mit. Das Erzählen durch diesen Kindheitsfreund, die wir sicher fast alle zu einem Zeitpunkt mal hatten, hat was magisches und Schönes an sich. Auch wenn es Max schlecht geht, hatte er immer diesen treuen Freund Budo an seiner Seite. Außerdem schreibt er einfach sehr berührend und mitfühlend.

Budo und Max als Hauptpersonen sind einmalig.
Max hat viele Probleme, er ist kein normaler Junge. Was ihm genau fehlt lässt Matthew Dicks der Fantasie offen, aber Neurosen und Zwangsstörungen scheinen nur einige davon zu sein. Trotzdem finde ich ihn sehr liebenswürdig, eben weil er so "kaputt" ist. Er wird von allen schief angeschaut und bemitleidet, manche haben gar Angst vor ihm. Es ist ja nichts neues, dass Menschen mit psychischem Problemen so abwertend angeschaut werden, aber wie sehr manche Leute schon vor so kleinen Menschen mit Problemen zurückscheuen finde ich schlimm. Zudem ist er ist sehr fragil und sensibel.
Und Budo liebt Max über alles. Er scheint fast der perfekte imaginäre Freund. Und dennoch hat er einen Charakterzug, den viele erfundene Freunde nicht haben: Egoismus. Ja, er denkt nicht immer nur an Max, er möchte vor allem eins: leben. Er weiß, dass er irgendwann aufhören wird zu existieren und das möchte er nicht. Das macht Budo zu so viel mehr als einen imaginären Freund, es macht ihn fast echt. Während des Buches und der Katastrophe mit Max macht er bezüglich dieses Charakterzugs eine drastische Wendung. Dieser Kampf zu "überleben" und das Richtige zu tun wird schmerzlich spürbar für ihn und für den Leser.
Mrs. Patterson ist, ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen, eine alte Hexe. Sie täuscht alle und das macht sie sehr gefährlich.

In dem wunderbaren Ende wachsen sie beide über sich selbst hinaus. Es ist so schön und traurig zugleich. Herzerweichend und Herzbrechend. Ein gelunges Ende, dem man zwar nachtrauert, aber weiß, dass es das einzig Richtige ist.


Fazit:
"Der beste Freund, den man sich denken kann" erzählt eine wirklich außergewöhnliche Geschichte. Es ist eine Perle von Buch, welches mich komplett sprachlos zurückgelassen hat. Es ist so berührend und einzigartig und ich habe selten ein solches Buch gelesen. Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen. Ein Buch, das beweißt, dass Freundschaft nicht nur die ganz besondere Liebe und Hingabe zwischen zwei Menschen bedeutet, sonder dass sie auch möglich ist, wenn nur einer der Beiden existiert.

Kommentare:

  1. Herzlichen Glückwunsch! Dieser Blog ist für den Best-Blog nomminiert http://jumaundmaju.blogspot.de/2013/05/hallo-liebe-leserfreunde-ganz.html LG Maju und Juma

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  2. Als ich dieses Buch gelesen habe, musste ich mir das Weinen wirklich verkneifen. Du hast mal wieder Recht, alleine die Idee macht schon etwas her.
    Zu Ms Patterson habe ich geteilte Meinung, ich kann sie zwar verstehen, aber nicht.. ausstehen.
    Meine Lieblingsfigur dabei war Oswald, der ja auch eine tolle Entwicklung hinlegt. Ihn und John (So hieß er doch, sein Freund, oder?) fand ich einfach toll.
    Aber alle Charaktere haben sich da ja entwickelt und.. ja.
    xx, N.

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    1. Du hast das Buch gelesen?
      Das kennen glaube ich nicht viele. :D
      Aber ja, ich finde das Buch auch sehr schön.

      <3

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Hallo.
Ich freue mich immer wie Bolle wenn ich Kommentare bekomme, also gebt euch 'nen Ruck und kommentiert.
Alles Liebe, Sophie