Montag, 11. August 2014

[Rezension] Uni Sex - Lina Barold

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Die Germanistik-Studentin Sira führt ein wenig aufregendes Leben zwischen Mädelsabenden, ihrer langjährigen Beziehung und erfolgreichem Studium. Bis zu dem Tag, an dem sie den neuen Gastprofessor Silvan Heinrich von Lengenfeld kennenlernt, der ohne dass Sira es zunächst bemerkt, sehr an ihr interessiert ist - und nicht nur an ihren akademischen Leistungen. Sira verstrickt sich in eine Affäre, die ein Ziel hat, das sie nicht ahnt und die ihr Leben komplett verändern wird...
(Quelle: Feelings)





Die Farbgebung in lila und grau finde ich sehr schön. Jedoch empfinde ich die Positionierung von BH und Aktentasche als zu plastisch.
Der Titel hingegen ist einfach und direkt und auf den Punkt gebracht. Für diesen Roman passt es, generell bevorzuge ich jedoch Schnörkel und Fantasie. Der Untertitel ist gut gelungen, der Haupttitel jedoch recht plump.






Ich bin der Meinung, dass Bücher mit der Thematik Student/Lehrer sehr interessant sein können, viel Konfliktpotenzial bieten und leider zu oft ins Kitschige oder Verquere abrutschen, denn es ist ja immerhin nicht ganz erlaubt. Das ist hier zum Glück nicht passiert. Leider fand ich die Geschichte teilweise abstruß und die Romantik kam mir bei mir auch nicht so an, wie sicher gewollt.

Der Roman an sich beginnt noch sehr gut. Sira ist sympathisch und das Unileben wird sehr realistisch und nachvollziehbar dargestellt. Auch als sie den unheimlich interessanten Professor kennenlernt empfand ich die Geschichte noch als originell und spannend. Doch leider taut der mysteriöse Professor nicht auf und das Geheimnis zieht sich immer mehr in die Länge und sowohl Prof von Lengenfeld als auch Sira fangen an unrealistisch zu handeln und verstricken sich immer mehr in Geheimnissen und unverständlichem Verhalten.

Der Anfang hat mir sehr gut gefallen, der Schreibstil war gut zu lesen, sehr flüssig und sehr detailreich; hin-und-wieder vielleicht ein bisschen zu detailliert und ausgeholt, ein bisschen "zu voll" Und sehr humorvoll. Die Anspielungen an Goethes literatische Werke empfand ich als gelungen.
Auch die Sexszenen empfand nicht unbedingt als absolut erotisch und anziehend. Ich weiß nicht einmal wieso, aber irgendwie hat es da nicht bei mir geprickelt. Die Romantik war irgendwie nur einseitig oder nur arg wenig vorhanden.

Auch Sira hat mir am Anfang recht gut gefallen, sie schien ein sehr strebsamer Mensch zu sein, der hoch hinaus will. Besonders das Duo rund um sie, Ama und Vicka fand ich sehr genial und ihre Beziehung zueinander fand ich das ganze Buch über wunderschön. Sie sind alle so unterschiedlich, aber ihre Freundschaft ist einfach echt. Umso mehr sie sich auf Silvan einlässt umso mehr büßt sie von ihrer lebenslustigen, alleinständigen Art ein. Sie handelt fast naiv und lässt sich zu sehr auf einen ihr Unbekannten ein. Sie ist einfach zu gut und viel zu geduldig. Und ihre ständigen Selbstzweifel haben es mir auch nicht einfacher gemacht.
Silvan war am Anfang noch auf die gute Art und Weise geheimnisvoll doch mit der Zeit gingen mir seine Geheimnisse und Ausflüchte immer mehr auf den Keks und wenn ich Sira gewesen wäre hätte ich den Guten schon lange verlassen. Seine ständigen Wechsel zwischen Heiß und Kalt haben mich einfach abgeschreckt und seine Mysteriösität ist von Anziehung in Unglauben und Abneigung umgeschwankt.

Zur Auflösung der Situation: Ich habe sowas in der Art geglaubt, aber es tatsächlich zu lesen und dann noch doppelt durchtriebener, hat mich gleich noch mehr geschockt.
Tja, aber spätestens nun war Silvan komplett unten durch bei mir. Tut mir leid, aber ich mag ihn nicht. Er hat auch einfach zu viel Gutes aus Sira "rausgesaugt", die am Anfang so lustig und liebenswert war.Ein bisschen tut mir die gute Sira schon leid. Solche Geheimnisse verdient keiner und selbst wenn sie zu naiv war, so wurde die doch auf das derbste hintergangen.
Ich bin froh, dass sich Sira am Ende des Buches für einen "Lebensabschnitt" entscheidet, auch wenn sie gleich von der Vergangenheit wieder eingeholt zu werden scheint. Und zum letzten Satz ist zu sagen: Offener geht nicht!







Ein Roman steht und fällt mit den Hauptcharakteren. Sira an sich ist kein negativer Hauptcharakter, jedoch hat sie sich durch ihre Verbindung zu Silvan zu sehr verändert und mich nur noch zum Kopfschütteln gebracht. Silvan war leider nicht nur einfach mysteriös sondern merkwürdig. Ihre Beziehung hat bei mir keine positiven Gefühle entfacht.
Den Schreibstil und das Unileben fand ich hingegen gut, jedoch ein bisschen zu ausholend.
Ich bin mir sehr unsicher ob ich den zweiten Teil lesen werde, denn Sira allein fand ich gar nicht schlecht, aber Sira und Silvan (der Hauptkern der Geschichte) hat mir einfach nicht zugesagt. Das konnten auch die liebenswerten Nebencharaktere nicht retten.

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