Dienstag, 28. Oktober 2014

[Rezension] Everflame - Josephine Angelini

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Feuerrote Locken, unglücklich verliebt und so ziemlich gegen alles allergisch, was es gibt: Lily Proctor ist 17 und die Außenseiterin an der Highschool von Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als von hier zu verschwinden - und findet sich in einem furchterregenden anderen Salem wieder, in dem mächtige Frauen herrschen. Die stärkste und grausamste dieser »Crucible« ist Lillian - und Lily wie aus dem Gesicht geschnitten. Sind Lilys Allergien und Fieberschübe tatsächlich magische Kräfte und ist sie selbst eine Hexe? In einem Strudel aus gefährlichen Machtkämpfen und innerer Zerrissenheit, begegnet Lily sich selbst - und einer unerwarteten Liebe.
(Quelle: Dressler)





Woah. Was 'nen Cover. Absoluter Knaller. Das Orange, was für das Feuer steht ist kräftig und knallig und der Kontrast zwischen dem Hintergrund ist ziemlich künstlerisch. (Und endlich mal kein Mädchengesicht auf einem Fantasy/Jugendbuch Cover!)
Warum man einen englischen Titel übersetzt, nur um einen anderen englischen Titel zu wählen wird mir wohl immer schleierhaft bleiben, aber nun gut, Inhalt und Originaltitel wurden irgendwie zusammengewurtschelt und ich kann mit dem Ergebnis leben.






Ich glaube die Idee hinter diesem Roman ist meine liebste aus diesem Jahr. Ich bin einfach Hexen-vorbelastet und liebe sie abgöttisch. Aus diesem Thema kann man viel rausholen, aber auch viel vergeigen. Hexenthemen wurden einfach schon viel aufgegriffen. Mit meiner Liebe für Charmed habe ich vielleicht nochmal ein bisschen genauer hingeschaut.
Angelinis Hexen sind anders und spannend. Der Scheiterhaufen wurden auch in die Salem Handlung eingebaut undzwar zugunsten der Hexen. Die Gewinnung von Energie durch Hitze/Feuer durch die Hexen war einfach unglaublich gut durchdacht und gibt dem altbekannten Erwartungen einen Twist.
Die Idee zum Weltenwandeln und Hexendasein sind einmalig und machen dieses Buch zu einem der Interessantesten in meinem Regal.

Generell diese zweite geschaffene Welt ist tiefgründig und facettenreich: ein Mix aus Mittelalter und Zukunft; Dystopie und High Fantasy Welt in einem. Grandios. Der Kontrast wird hierbei zu unserem realen "Hexenzeitalter" geschaffen. Denn in dieser Welt werden sämtliche Wissenschaftler von Hexen gejagt.
Auch den Anfang in unseren Welt fand ich noch unheimlich gelungen. Lily war mir mit ihren kränklichen, tollpatschigen Art sofort sympathisch. Sie schien einfach so anders als alle anderen Protagonistinnen.
Leider ließ der Spannungsfaden im Laufe der Geschichte nach. Es kehrte irgendwie so schnell Normalität in Lilys Leben in der Parallelwelt ein (auch wenn sie immer sagte, dass sie weg möchte). Auch der rote Faden für ihre Gegenwart fehlte mir. Ihr Ziel ist das Wegkommen aus dieser Welt, aber was war der Grund für ihr Herbringen hierher durch Lilian überhaupt? So ganz schlau war ich am Ende immer noch nicht.

Der Schreibstil ist locker und jugenlich leicht und geht schnell weg zu lesen. (Nur die Kapitel waren nach meinem Geschmack zu lang.)
 
Lily fand ich von Anfang an sehr sympathisch. Sie ist einfach schwächlich, kränklich, nicht der Modeltyp und tollpatschig, kann sich aber dennoch wehren und sich ihren Platz gesucht. Das mochte ich sehr gerne, ihre Wandlung in der anderen Welt zur bildhübschen und übertalentierten Gottesgleichen hat mir dann aber doch ein paar Probleme bereitet und ich musste mich daran gewöhnen. Dennoch behält sie ihre schlagfertige Art.
Rowan ist ein stiller, vor sich hin brütender Typ, der eigentlich immer ein bisschen angesäuert ist und von Natur aus niemanden traut. Irgendwie mag ich meine Typen so.
Die Nebencharaktere waren auch nicht weniger gut ausgearbeitet und ich konnte zu allen eine Beziehung aufbauen. Besonders der Parallel Tristan (den aus der "normalen" Welt mochte ich gar nicht) und den anderen besten Freund von Rowan (dessen Namen ich vergessen habe *hust*) fand ich gelungen und mochte sie genauso sehr wie Rowan.

Die Beziehung zwischen Lily und Rowan hat mich nur am Anfang gereizt, denn ihr Anfauchen und Reiberen haben mir Spaß gemacht und mich gut unterhalten. Dieser Charme ihrer anfänglichen Beziehung geht aber leider mit der Zeit etwas verloren, denn sie wehren sich zu sehr gegen ihre Gefühle und einmal eingestanden hatte sie leider kaum mehr Reiz für mich.

Der Showdown hat mich dann leider nicht so gepackt, zu langsam ging die Handlung davor voran. Zudem war der rote Faden immer noch von einem großen Fragezeichen meinerseits überlagert.
Das Buch an sich endet ziemlich abrupt und mit einem fetten Cliffhanger.







Eine wahnsinnig gut ausgearbeite Welt voller interessanter Ideen, die jedoch ein bisschen Spannung in der Handlung vermissen lässt und deren Liebesgeschichte mich nicht hunterprozentig packen konnte.

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