Montag, 17. November 2014

[Rezension] Ein Kuss in den Highlands - Emily Bold

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Als die junge und eigenwillige Charlotte das wunderschöne Anwesen in den schottischen Highlands erbt, fühlt sich zunächst nichts richtig an: Sie vermisst ihre verstorbene Tante, mit der sie früher gemeinsam malte. Und mit dem raubeinigen, wenngleich sehr attraktiven Highländer Matt, der sich um das Haus kümmert, kann sie nicht viel anfangen. Wenn da nur nicht diese Blicke zwischen ihnen wären! Doch Charlotte gehört nun mal nach London zu ihrem Verlobten. Am besten sie verkauft das Haus, so schnell es geht. Aber irgendetwas in ihr sträubt sich dagegen. Und wo sind eigentlich die Bilder, die ihre Tante gemalt hat? Charlotte begibt sich auf die Suche nach verschollenen Kunstwerken, nach sich selbst und der wahren Liebe. 
(Quelle: Forever)





Das Cover ist ehrlich gesagt nicht überragend besonders, aber es ist trotzdem hübsch. Man sieht die grüne Weite von Schottland, samt kleiner Burg und besonders das kleine Detail, dass die Frau, Charlotte, Plaid trägt finde ich sehr schön.
Den Titel finde ich persönlich etwas kitschig, denn er spielt den Roman ein bisschen auf diese Liebebeziehung herunter, wo das Buch doch so viel mehr ist. Aber zumindest sind Cover und Titel im Einklang.






Ehrlich gesagt, ist die Idee nicht wirklich originell; plötzliche Erbschaften in anderen Teilen der Welt und damit neue Bekanntschaften kennen wir zu genüge.
Aber dennoch war da was, was mich zu diesem Buch gezogen hat: erstens habe ich die Autorin auf der Messe beim Forever Stand kennengelernt, zweitens fasziniert mich Schottland, drittens hat mich das Einbringen von Malerei interessiert und letztens habe ich das Buch einfach vor Ort gleich mal angefragt. Kurzschlussreaktion vom Feinsten, aber ich bereue es nicht: Emily ist verdammt nett und das Buch verdammt gut.

Die Handlung geht stetig voran und hat keinerlei Längen. Besonders schön fand ich die Passagen in Schottland, denn dort habe ich mich wohler gefühlt und konnte mich fallen lassen. An sich ist die Geschichte sehr vorhersebar und das Schema X zieht sich durch. Das besondere Etwas geben dieser Geschichte dann die Bilder und die Kunst von Emily und ihrer Tante. Dadurch wird der ganze Roman ein bisschen künstlerischer.

Der Schreibstil ist genauso wie ich mir das erhofft habe: federleicht, flüssig und zu keiner Zeit zäh. Unter diese Geschichte hebt Frau Bold lustige Szenen, komische Dialoge und einfach viel Charme.

Die Charaktere sind sehr real und lebensecht.
Die Wandlung von Charlotte von der steifen und verklemmten Großstadtgeschäftsfrau aus der Oberschicht zur lockeren und offenen Frau von nebenan verläuft glaubhaft und kontinuierlich. Ich finde, diese Suche nach sich selbst, ist fast wichtiger als die Liebeswirrungn in "Ein Kuss in den Highlands". Charlotte erkennt im Laufe der Zeit wer sie ist und wer sie sein will.
Und Matt ist einfach Schotte; ich liebe solche Bilderbuchschotten. Derbe Wortwahl, schelmischer Charakter, aber am Ende eine gute Seele. Und das "Aye" hat mir regelmäßig den Rest gegeben; ich mag es einfach wenn Romanschotten sowas sagen.
Charlottes gesamte Schwiegerfamilie ist bei mir unbeliebt, was sicher die Absicht von Emily Bold war.
Mr Donnelly, Matts Vater, ist ein ruhige Seele und ein Mann, dem man seine Probleme geradezu anvertrauen möchte. Schade finde ich es, dass Charlottes Chef in England bleibt, der ist einfach verschmitzt und hat ein loses Mundwerk.

Die Beziehung ist so wie ich das mag: Hass am Anfang und mit langsam enstehenden Gefühlen. Eine Beziehung, die einfach real ist und mit zwei Personen, denen man ihre Gefühle einfach abkauft, da sie so ähnlich und doch so verschieden sind.

Als das Ende kam war ich traurig, das war ein bisschen abrupt und sehr schnell. Da hätte man so gut noch ein paar Seiten voller Romantik dranhängen können. Aber gut, ich verstehe warum die Autorin da aufgehört hat.
Störender als das tatsächliche Ende des Buches fand ich, dass ca. noch 30 Seiten Vorschauen und Leseprobe vom Verlag kamen. Ca. 200 Seiten für ein eBook sind schon nicht viel und dann noch einmal 30 Seiten weg - da sind es gleich noch viel weniger. Ein kurzer Vermerk oder eine Inhaltsangabe am Anfang hätten den Leser darauf vorbereitet, wann das Buch endet. Da das Ende sehr abrupt kam und ich noch restliche 30 Seiten unten an der Fortschrittsleite sah, ging ich davon aus, dass noch was kommt. Pusteblume!






Ein wunderschöner Roman für Zwischendurch, der einen in die grüne, ruhige Welt von Schottland entführt.
Der Schreibstil ist voller humor und besonders die Charakterentwicklung von Charlotte ist bemerkenswert.
Mir persönlich kam das Ende ein bisschen zu abrupt, aber ich weiß nun definitiv, dass ich mehr von Emily Bold lesen möchte/werde.

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