Donnerstag, 19. Februar 2015

[Rezension] Der Ozean am Ende der Straße - Neil Gaiman

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Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen … Weise, wundersam und hochpoetisch erzählt Gaiman in seinem neuen Roman von der übergroßen Macht von Freundschaft und Vertrauen in einer Welt, in der nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
(Quelle: Eichborn

Ist das Cover nicht einfach gigantisch? Die Farbverläufe sind einfach nur wunderschön und der Einsatz von dem inhaltswichtigen Ozean zusammen mit dem zerfallen Bauernhofshaus transportieren diese magische Stimmung des Buches einfach sehr gut.
Der Titel wurde einfach ins Deutsche übersetzt und das ist gut so. Kein anderer Satz hätte das Buch so gut in einem Satz zusammengefasst, wie dieser.





Sonderlich viel gibt der Klappentext nicht her und doch wusste ich, dass sich die Idee wie ein Märchen für Erwachsene anhörte.
Neil Gaiman ist ja bekannt dafür sehr poetisch und magisch zu schreiben, seine Kopf platzt einfach voller Ideen. Ich kenne seine Arbeit bruchstückhaft durch Comics und Serien und war gespannt auf dieses Buch.
Die Idee die Gegenwart eines erwachsenen Mannes mit den Erinnerungen an seine Kindheit zu verknüpfen ist ein Symbol dafür, wie wir alle Dinge hinter uns lassen und vergraben, die unschön oder auch der Fantasie eines Kinderhirn geschuldet waren.

Die ganze Handlung über konnte ich nicht einordnen in welcher Zeit der Roman spielt und das finde ich sehr gut. Die Gedanken können freien Lauf haben: altmodische Jetztzeit? Bunte Gegenwart?
 Man weiß nie was Realität, Traum oder Fantasie ist und das Gehirn des Lesers driftet regelmäßig in unbekannte Welten ab und träumt und denkt vor sich hin.
Diese traumhaften Beschreibungen und die Erforschungen der Freundschaft lassen einen fast vergessen wie grausam die Welt des Jungen doch ist. In seiner Welt herrschen Armut, Ehebruch, Gewalt und Beeinflussung und dennoch erscheint einem das Buch fast wie ein Märchen.

Jeder Satz ist voller Poesie und märchenhafter Theatralik. Der Schreibstil lässt sich flott lesen und man merkt genau, ob mann die Erlebnisse eines Jungen und die Erinnerungen eines Erwachsenen nachvollzieht.

Die Figuren sind einem alle recht distanziert und fremd und weiß nie was man von ihnen halten soll. Sie alle sind von der naiven Art und der blumigen Sichtweisen des handelnden Jungen (dessen Namen man nie erfährt) verwaschen und mystisch dargestellt und man weiß nicht wo Wahrheit anfängt und Lüge anfängt.

Das Ende war überraschend, tieftraurig und wunderschön. Nach Ende des Lesens fühlt man sich leer aber auch sehr glücklich.





Das Buch ist wirklich ein Märchen für Erwachsene: ein blutiges, trauriges und melancholisches Märchen, dass dennoch hochpoetisch und bildgewaltig ist.

Kommentare:

  1. Oh gut, dass dir das Buch gefallen hat. Ich möchte es so gerne lesen und hatte letzterzeit immer wieder Enttäuschungen von den Büchern, auf die ich lange gewartet habe.
    Ich hoffe mal, dass es mir auch gut gefällt, was du sagst, klingt nämlich sehr gut.

    Nadja :)

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    1. Liebe Nadja,
      das hoffe ich auch. :)
      Es ist zwar sehr dünn, doch ich finde es ist ein kleines Juwel.

      Alles liebe
      Sophie

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  2. Ich hatte das Buch erst vor wenigen Tagen beendet und war positiv überrascht. Vom Klappentext her konnte ich es auch nicht wirklich einordnen, da hat es sich schon eher bedeckt gehalten. Ja es ist stellenweise recht traurig, aber es hatte für mich die genau richtige Stimmung. Und ein Hauch Hoffnung ist ja noch mit dabei :)

    Schöne Rezension!

    Liebe Grüße,
    Tina

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    1. Hallo,
      das Buch ist wirklich irgendwie besonders und der Klappentext war auch schwammig. Freut mich, dass du auch deinen "Spaß" hattest. :)
      Dankeschön.

      Alles Liebe
      Sophie

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  3. Huhu :)

    Mir gefiel das Buch leider gar nicht, aber umso schöner, dass es dir gefiel :-)

    Liebst,
    Sarah vom Tintenblog

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    1. Hallo,
      oh das tut mir leid. Woran lag es denn? Aber Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden.

      Alles Liebe
      Sophie

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  4. Hey Sophie,
    deine Rezension ist wirklich schön! Ich überlege schon lange ob ich das Buch lesen soll, und jetzt wandert es endlich auf meine Wunschliste :)
    Allerliebste Grüße, Sandy ♥

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    1. Ha das freut mich. :D
      Ich hoffe es darf bald bei dir einziehen. :)

      Alles Liebe
      Sophie

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Hallo.
Ich freue mich immer wie Bolle wenn ich Kommentare bekomme, also gebt euch 'nen Ruck und kommentiert.
Alles Liebe, Sophie