Dienstag, 21. April 2015

[Rezension] Gute Prinzessinnen kommen ins Märchen, böse schreiben Geschichte - Linda Rodriguez McRobbie

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Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin, die keine Angst hatte, sich die Hände schmutzig zu machen …
Dornröschen, Schneewittchen, Aschenputtel – Prinzessinnen sind die Heldinnen unserer Kindheit, stets tugendhaft und glücklich bis ans Lebensende …
Von wegen. Denn hinter den Palastmauern ging so Einiges vor sich: Intrigen, Giftmorde, Sexpartys und bizarre Schönheitsrituale. Dieses Lesebuch versammelt Geschichten von echten Prinzessinnen, die alles andere als märchenhaft sind.
So z.B. von Olga, »der Wilden«, die mehr als 5.000 Menschen auf dem Gewissen hat. Oder von der afrikanischen Königin Nzinga, die sich einen Harem voller Männer hielt …
(Quelle: btb)





Ich mag das Cover total. Einfach und simple und es zeigt vor allem die kleinen Skizzen, die sich durch das ganze Buch ziehen.
Der große, ziemlich geniale Titel prangt auf dem kompletten Cover.




Als ich ein kleines Mädchen war, habe ich meine Liebe für Märchen und Prinzessinnen entdeckt. Das sich seitdem nicht geändert - nur der Fokus hat sich verändert. Mittlerweile lese und lerne ich lieber etwas über die schwarzen Schafe der Aristokratie, die düsteren Frauen, die Prinzessinnen mit den starken Persönlichkeiten und die mit dem kleinen Knacks.
Aus diesem Grund bin ich selbst auch seit Jahren ein Sissi Fan - ihre Entwicklung vom freien, wilden Mädchen zur gebrochenen, tragischen Kaiserin ist spannend und traurig und zeigt, dass nichts so ist wie es scheint und das es Märchen und Prinzesinnenträume nicht gibt.

Diese und viele andere tragische, komische, wilde und spannende Geschichten findet man in diesem Buch.
Alle Geschichten rühmen sich damit echt zu sein, aber ich denke ein Funke Fiktion ist wohl in allen zu finden.
Das schöne an dem Buch ist, dass es nicht nur bekannte Prinzessinnen hereingeschafft haben, sondern auch unbekanntere.

Das Buch ist linear aufgebaut und eröffnet mit einem kurzen persönlichen Text der Autorin, der recht sarkastisch ist.
Danach folgen 7 große Themen, die die Prinzessinnen in verschiedene Schubladen stecken. Diese sind: Kriegerinnen, Thronräuberinnen, Intrigantinnen, Kämpferinnen, Party-Girls, Flittchen und Prinzessinnen von Sinnen.
Jedes Kapitel beleuchtet dann die verschiedenen von einigen Prinzessinen mit 10 bis 15 Seiten etwas genauer.
Zwischendurch gibt es immer mal ein Kapitel die gleich mehrere Prinzessinnen beleuchtet.
Ich nenne euch mal pro Thema ein Beispiel:
- Kriegerinnen: Khutulun
- Thronräuberinnen: Hatschepsut
- Intrigantinnen: Isabelle von Frankreich
- Kämpferinnen: Lucrezia Borgia
- Party Girls: Charlotte von Preußen
- Flittchen: Pauline Bonaparte
- Prinzessinnen von Sinnen: Elisabeth von Österreich
Jedes Thema beginnt mit der ältesten Prinzessin und hört mit der modernsten Prinzessin auf.
Nicht alle Prinzessinen wurde als solche geboren, manche haben ihren Titel durch Heirat bekommen, manche waren gar keine Prinzessin im eigentlichen Sinne.

Die Autorin schreibt flott, gut lesbar und immer mit einer großen Protion Humor und Sarkasmus. Sie ist eine Feministin und steht voll und ganz hinter jeder Prinzessin und ihren Ausschweifungen, Ekszessen und düsteren Momenten.

Besonder schön finde ich die verschiedenen Layoutmittel. Es gibt kleine Zeichnungen der Prinzessinen oder etwas wichtigen aus ihrem Leben. Die sieben Themen sind mit Mustern hinterlegt und die Kapitel mit mehreren Prinzessinnen sind beispielsweise mit Ranken ummalt.
Dadurch wirkt der ganze Aufbau nicht so ernst.

Hier und da sind die Leben der verschiedenen Frauen ein bisschen klatschaft und auch Tratsch der Vergangenheit findet sich zwischen den Seiten.






Ein unterhaltsames, kurzweiliges Buch für Zwischendurch, von dem man immer mal wieder ein Stückchen lesen kann, da es keinen fortgehenden Handlungsstrang gibt.
Für Menschen, die sich für die verschiedenen Arten der Prinzessinnen interessiert ist diese Buch grandios. Hier und da muss man aber mal ein bisschen über Klatsch hinwegsehen können.

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