Montag, 29. Juni 2015

[Rezension] Elias & Laia. Die Herrschaft der Masken

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Wie überlebt man in einer Welt, in der Männer mit silbernen Masken jeden Tag den Tod bringen können? Wie kann man sich selbst treu bleiben, wenn die Herrschenden des Imperiums alles dafür tun, voller Grausamkeit ein ganzes Volk zu unterjochen? Elias und Laia stehen auf unterschiedlichen Seiten. Und doch sind ihre Wege schicksalhaft miteinander verknüpft.
Während Elias in der berühmten Militärakademie von Schwarzkliff dazu ausgebildet wird, als Elite-Krieger die silberne Maske der Macht voller Stolz und ohne Erbarmen zu tragen, muss Laia täglich die Willkür der Herrschenden fürchten. Als ihre Familie ermordet wird und ihrem Bruder die Hinrichtung droht, schließt sie sich dem Widerstand an. Als Sklavin getarnt, dringt sie in das Innerste von Schwarzkliff vor. Dort trifft sie auf Elias, den jungen Krieger, der eigentlich ihr Feind sein müsste ...
(Quelle: one)

Das Cover ist ziemlich cool und es ist fast als wenn der Mann einem in die Seele sieht. Entspricht die Maske auch nicht denen aus dem Buch, so scheint diese hier zu zerfallen und sich aufzulösen und enspricht somit dem Seelenheil von Elias.
Ich finde es ehrlich gesagt schade, dass der Originaltitel nicht übersetzt oder übernommen wurden ist, denn dieser ist echt einzigartig und bezieht sich auf einen Satz im Buch. Elias & Laie, sowie die Unterüberschrift empfinde ich als austauschbar.


Die Thematik mit dem Masken hatte mich sofort interessiert und der Rest der Idee war mir fast ein bisschen egal. Zum Glück ging deshalb beim Leseprobe lesen etwas an mir vorbei, dass das Buch ein bisschen High-Fantasy angehaucht ist. Ich bin nämlich in den seltensten Fälle wirklich angetan von High Fantasy. Aber so 100% High Fantasy ist es dann auch nicht. Das Fantasyuntergenre ist nicht ganz eindeutig, könnte auch ein bisschen dystopisch sein. Und ein reines Jugendbuch ist es auch nicht. Die Grenzen verwaschen gekonnt.
Die Idee mit dem unterdrückten Volk und einer herrschenden autoritären ist nicht neu und griechische/römische Schemen finden wir auch immer häufiger in diversen Romanen, aber dennoch hat das Buch sich sehr gut durch den Dschungel von Bekannten und Unbekannten geschlungen.

Ich persönlich fand den Einstieg in die Handlung etwas schwierig, man wird direkt in die Geschichte geworfen und von der Spannung förmlich verschluckt. Ich habe mich etwas verloren gefühlt, auch wenn man gut durch die Seiten kommt.
Die Spannung bricht eigentlich nie ab und nimmt immerwährend zu und zur Mitte des Buches war ich dann gefangen. Es kommt nicht wie erwartet zu einer Revolution, es werden eher die ersten Weichen gelegt. Das Buch war anfangs als Einteiler mit der Möglichkeit zu mehr angelegt. Zum Glück wird es das mehr geben, denn ohne einen weiteren Band hätte das Ganze nicht funktioniert.
Die von Sabaa Tahir geschaffene Welt ist einfach zu komplex um sie so schnell anzuhandeln. Lernt man bereits die Figuren grundtief kennen und einige Züge des Systems, so hoffe ich auf die Ausarbeitung dieser vielen kleinen Details.
Durch den ganzen Roman wird unterschwellig immer wieder an den Leser appeliert und ich kann jetzt einfach nur einige Sätze aus dem Buchtrailer zitieren, denn diese treffen es genau auf den Punkt:
How far would you go for family?
How far would you go for freedom? 

How far would you go for love?
How far would you go for power?

Jeder der Sätze representiert einen der vier Hauptcharaktere und ihre unterschiedlichen Ziele und Ambitionen. Die Tiefen der menschlichen Züge samt ihre positiven und negativen Seiten werden vollends ausgelotet und die Gefühle und Handlungen waren für mich viel wichtiger als die arg spannende Handlung.

Der Schreibstil ist recht ausführlich und nimmt kein Blatt vor der Mund. Blutig agieren die Figuren in dem Roman und für sartbesaitete ist das Buch definitiv nichts. Mich hat das nicht gestört, ich finde es ehrlich gesagt sogar sehr schön, dass das Buch mal nicht in die normalen Jugendbücherschemen fällt, denn ich bin ziemlich abgehärtet und hartgesotten durch verschiedene Vorlieben in Romane, Filmen, Serien und Computerspielen.
Desweiteren wird abwechselnd aus der Sicht von Elias und Laia erzählt, was einen guten Einblick in die Welt der beiden gewährt. In diesem Roman hätte ich mir aber gerne noch einige Erfahrungen zu den Motivationen von einigen anderen Charakteren wie der Kommandantin, Helena und den Zwillingen gewünscht.

Laia ist nicht die typische Heldin und das finde ich sehr erfrischend. Sie ist anfangs naiv und gutgläubig und vor allem ängstlich. Mit der Zeit wird sie immer mutiger und traut sich mehr zu. Sie hinterfragt und entwickelt sich zu einer ernstzunehmenden jungen Frau.
Elias ist eine Maske und von Anfang an sieht man die Risse in seiner Seele und Schale ganz deutlich. Er ist einer der wenigen guten Masken und steht im direkten Kontrast zur Kommandantin.
Diese ist durch und durch böse und hat keinen Funken Gutes in ihr. Sie ist der absolute Villain und wie von der Autorin gedacht, hasst man sie - und das macht Spaß.
Mein persönlicher Liebling war aber Helena. Viele können ihre Beweggründe nicht nachvollziehen und sehen wenig Gutes in ihr. Doch sie handelt komplett aus Liebe und jemand der so lieben kann, der ist nicht vollends böse. Ich bin auch der Meinung, dass einige ihrer Handlungen und Gedanken auch einer Selbsterhaltungsmethode zu Schulden sind und sie einfach einen Panzer aufgebaut hat. Zudem kann ich gut verstehen, dass sie die Regierung, die sie irgendwie gelehrt und aufgezogen hat nicht so einfach ad acta legen kann.
Die Nebencharaktere sind entweder liebenswert angelget (Izzi) oder abstoßend (Marcus) und das macht das Buch so facettenreich.

Ich bin echt froh, dass es keine Liebesgeschichte gibt, die sich penetrant durch das ganze Buch zieht. Vielmehr gibt es hier und da mal ein paar Annäherungen und da und dort werden mal schöne Augen gemacht. Das sind Flirtereien und Anziehungen, keine Liebe. Leider ensteht dadurch aber auch eine Vierecksgeschichte, von der ich sehr hoffe, dass die nicht weiter ausgearbeitet wird. In diesem ersten Teil konnte ich damit leben, da eben keine großen Gefühle aufkommen. Wenn es aber ernst werden sollte zwischen einigen Personen, so wäre das zu viel.

Das Ende ist offen und noch offener. Die Geschichte scheint jetzt erst richtig loszugehen. Ich habe sogar ein, zwei Tränchen verdrückt, da mich die vermittelten Gefühle ein bisschen übermannt haben. Und das obwohl es keine große Liebesgeschichte gibt!



Ein grandioses Buch, dass mich am Anfang etwas verwirrt hat. Spätestens ab der Hälfte war ich gefangen und fieberte mit den Charakteren mit. Die Ausgangslage am Ende von Elias & Laia macht mich absolut neugierig auf Band 2 und habe riesige Erwartungen und Hoffnungen.

Kommentare:

  1. Hallo Sophie :)

    Ich habe soeben deinen Blog entdeckt und finde ihn einfach toll! Richtig schönes Design :) Und super Rezension! Gleich mal abonniert :)

    LG Nina
    www.amazingbookworld.de

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    1. Hallo Nina,
      danke für die lieben Worte. Willkommen in meiner kleinen Bücherecke. :D

      Alles Liebe
      Sophie

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  2. Hi Sophie,

    nicht lachen, aber Amazon schaffte es nicht mit "Das könnte etwa für Sie sein" neugierig auf das Buch zu machen. Aber was die nicht schaffen, das hat Deine Rezi geschafft.

    Liebe Grüße
    Babs

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    1. Hallo Babs,
      das hört man doch immer gerne. :D

      Alles Liebe
      Sophie

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Hallo.
Ich freue mich immer wie Bolle wenn ich Kommentare bekomme, also gebt euch 'nen Ruck und kommentiert.
Alles Liebe, Sophie