Sonntag, 9. August 2015

[Rezension] Am Ende der Welt traf ich Noah - Irmgard Kramer



Ein fremder roter Koffer zieht Marlene wie magisch an und ehe sie wirklich weiß, was sie tut, hat sie sich schon als dessen Besitzerin ausgegeben und ist in ein neues Leben abgetaucht. Als Irina Pawlowa verbringt sie ihren Sommer fernab der Zivilisation in einer alten Villa zusammen mit einer Nonne, einem Gärtner und einem Koch. Und Noah. Noah ist faszinierend, blind und in der Villa gefangen, denn irgendetwas außerhalb ihrer schützenden Mauern macht ihn schwer krank. Doch er möchte frei sein, und als Marlene sich in ihn verliebt, willigt sie ein, mit ihm zu fliehen. Was daraufhin passiert, konnte jedoch niemand vorhersehen.
(Quelle: Loewe)


Sehr präsent auf dem Cover sind der zentrale rote Koffer und die Straße ins Ungewisse. Auch die verwaschene Optik unterstreicht den Blick nach Vorn ohne zu wissen wohin die Reise geht. Ich mag das künstlerische Cover.
Auch der Titel trifft den Nagel auf den Kopf und macht unfassbar viel Sinn, wenn man den Roman gelesen hat.


Die Inhaltsangabe hat mich einfach sofort angefixt: man erfährt so einiges über das Ziel der Reise - und doch auch wieder absolut gar nichts. Und doch wurde mir ein Abenteuer versprochen und das gab es dann auch und ich wurde in eine mystische, geheimnisvolle und berührende Geschichte rund um die Villa und ihre Bewohner verstrickt.

Die Handlung beginnt bei einer gelangweilten Marlene und bevor man sich versieht, sitzt man mit ihr in einem Wagen Richtung Villa Morris ... einfach so. Marlene ist echt eine Granate: einfach so abhauen. Gemacht hätte ich sowas wohl eher weniger, aber ich kann sie schon verstehen. So ein Leben wie sie es führt, kann echt einengend sein. Auch wenn ich an ihrer Stelle einfach mal gelernt hätte "Nein" zu ihren Eltern zu sagen. Und ruckzuck kommt sie in der Villa an: diese fand ich wahnsinnig faszinierend. Ich liebe alte Dinge, denn die haben ein Eigenleben und eine Geschichte zu erzählen.
Mit der Zeit wird das Leben in der Villa immer geheimnisvoller und auch gefährlicher und der Leser wird auf eine wilde Achterbahnfahrt voller Spannung mitgenommen. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Den Schreibstil mochte ich sehr gerne. Sind die Kapitel und Sätze auch recht kurz und präfnant, so sind sie doch auch sehr detailliert und vor allem liebevoll geschrieben. Das hält sehr gut die Waage zwischen "zu einfach" und "zu voll". Alles in allem sehr poetisch geschrieben.

Jeder der Personen ist anders und anders faszinierend. Man weiß bei niemanden so recht woran man ist: gut oder böse. Mit der Zeit verdächtigt man alle.
Nur bei zweien weiß man, dass sie gut sein MÜSSEN:
Marlene merkt man ihren Drang nach Freiheit an und obwohl sie immer mal wieder mit sich hapert, so ist doch recht gerne in der Villa. Sie ist lustig und offen und sehr neugierig.
Besonders Noah hat mir natürlich sofort zugesagt. Seine Persönlichkeit ist sehr facettenreich und ich mag seine ruppige, aber auch liebenswerte Art.
Die Liebesgeschichte finde ich auch sehr schön. Auch wenn ich manche Sätze arg kitschig finde, so passen die zwei doch super zusammen und habe eine perfekte Chemie.
Dieses Ende hätte ich so ja nun wirklich gar nicht erwartet. Ein Game Changer vom Allerfeinsten. Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht damit.
Ich war geschockt und aufgelöst, zufriedengestellt und einfach nur komplett in den Bann gezogen. Mein Mund stand offen und ich habe geweint.




Ein grandioses Buch und definitiv mein Jahreshighlight bis jetzt. So besonders in der Schreibweise und so besonders im Thema und der Handlung. Selten kam mir ein Buch mit so vielen Symbolen und Verknüpfungen unter.

Kommentare:

  1. Ich kann dich so gut verstehen. Das Buch habe ich Sonntag beendet und es hat mich wahnsinnig geflasht. Mit diesem Ende wird niemand gerechnet haben, woher auch? Einfach ein ganz ganz tolles Buch.

    Liebe Grüße,
    Katja :)

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    1. Da stimme ich dir voll und ganz zu. Was hat mich dieses Buch fertig gemacht.

      Alles Liebe
      Sophie

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Hallo.
Ich freue mich immer wie Bolle wenn ich Kommentare bekomme, also gebt euch 'nen Ruck und kommentiert.
Alles Liebe, Sophie