Sonntag, 17. Januar 2016

[Rezension] Regenbogenzeit - Julia K. Stein



Maisfelder bis zum Horizont und kein Hochhaus weit und breit. Ihre Sommermonate bei einem Schlachthauspraktikum mitten im Nirgendwo Deutschlands zu verbringen, hätte die 17-jährige Leda unter normalen Umständen niemals in Erwägung gezogen. Doch genau hier ist ihre Mutter vor einem Jahr ums Leben gekommen und Leda ahnt, dass sich hinter der Idylle ein düsteres Geheimnis verbirgt. Erst als sie dem jungen Amerikaner Silas über den Weg läuft, bekommt der Sommer einen Hauch flirrender Romantik. Aber auch der attraktive Silas trägt ein Geheimnis mit sich und zwar ein nicht weniger dunkles als Ledas…
(Quelle: Carlsen


Ich bin eigentlich überhaupt nicht der Thrillerfan, aber die Kombination aus Schlachthaus, Tod in der Familie und geheimnisvollen Jungen klang einfach zu gut, als dass ich das Buch hätte ignorieren können. Das Thema Schlachthaus ist in noch keinem meiner Bücher vorgekommen und ich war gespannt wie es umgesetzt wurden wäre.

Die Geschichte beginnt im rechten kargen Wözen und die Stimmung ist ziemlich trüb. Die Umgebung scheint zu Leda und ihrer Gefühlswelt zu passen. Auf der Suche nach der Wahrheit bleibt sie nicht nur Wözen, sondern landet auch in Berlin und findet am Ende mit der Hilfe von Freunden die Wahrheit über den Tod ihrer Mutter heraus - eine Wahrheit die viel gefährlicher und größer ist, als Leda am Anfang vermutet hat. Alles hängt irgendwie zusammen und nach und nach tun sich immer mehr Abgründe auf uns es gilt die Verwinkelungen herauszufinden. Auch die Mischung aus Thriller und Liebesgeschichte ist Julia K. Stein recht gut gelungen. So versucht die verknallte Leda auch immer noch aus ihren Gefühlen für Silas schlau zu werden und droht sich immer mehr im Chaos zu verlieren.
Besonders positiv anmerken möchte ich noch die intensive Recherchearbeit, die zweifellos in das Buch hineinfloss.


Die Geschichte wird aus Ledas Sicht erzählt und die Autorin hat einen erfrischenden, kurzweiligen Schreibstil, der gut dem jugendlichen Schema angepasst wurden ist. Trotzdem nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund und der eine oder andere Schlachtungsprozess wird auch angesprochen. Zartbesaiteten Menschen könnte das schon ein bisschen zu viel sein.

Besonders mit ihrem Aufklärungsdrang und ihrer Hartnäckigkeit ist mir die Protagonistin Leda im Gedächtnis geblieben. Sie ist neugierig und offen, jedoch auch etwas naiv. Ansonsten blieb sie leider noch etwas blass.
Silas und seine Art fand ich ich ziemlich anziehend. Sein Charakter ist spannend und der Leser fragt sich automatisch ob da wirklich alles so ist, wie es sein sollte.
Ledas beste Freundin Joanna ist definitiv ein Freigeist. Ihre wilde Art fand ich manchmal ganz angenehm, manchmal jedoch auch sehr nervig.

Mein persönliches Manko war die Liebesgeschichte. Die Anziehung zwischen den Beiden kam für mich einfach viel zu schnell. Ich fand die Romanze nicht ganz glaubwürdig, wenn sie auch sehr schön geschrieben war. Der Fortlauf der Geschichte machte mir das Akzeptieren einer Beziehung auch noch etwas schwerer und ich denke, dass das Ganze vielleicht ein bisschen zu viel war für die Seitenanzahl.

Ich fand das Ende zwar hervorsehbar, aber das hat der Spannung dennoch keinen Abbruch getan. Die letzten Zeilen flogen so dahin und ich bin gespannt was in einem zweiten Teil so passieren könnte.




Ein spannendes Buch, das mich mit seiner Thematik und dem Setting begeistern konnte, bei den Charakteren und der Beziehung jedoch ein paar Abstriche in Kauf nehmen musste.

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