Donnerstag, 3. März 2016

[Gastrezension] Schnee von gestern und vorgestern - Günther Klößinger

Eine zerbrochene Familie - drei Verbrechen.

Der Vater der Familie Prancock, britischer Kommissar, findet während seines Urlaubs im Gästesafe eine Nachricht: „To Mr. P. Help me!“ War wirklich er gemeint? Und wenn ja, braucht wirklich jemand Hilfe? Währenddessen recherchiert Ex-Frau Else für die Lokalzeitung über Verbrechen der Vergangenheit. Dabei entdeckt sie das 30 Jahre alte
Foto einer skelettierten Leiche, welches Rätsel aufwirft, die bis in die Gegenwart reichen.

Und Tochter Jasmin bekommt einen erschreckenden Anruf: „Sie bringen mich um. Komm schnell!“ Schafft sie es, ihrer Freundin rechtzeitig zu Hilfe zu eilen?

Mysteriöse Nachrichten, dubiose Spuren, vertuschte Verschwörungen und unerwartete Hindernisse bei den Ermittlungen halten die Familie gehörig auf Trab. Letztlich müssen die drei sich gemeinsam bewähren, denn sie geraten zunehmend in ein Katz-und-Maus-Spiel auf Leben und Tod.


 Gleich zu Beginn kann ich sagen, dass das Buch eine Seltenheit in meinem Bücherregal darstellt. Nicht zwingend wegen der Geschichte, dem Cover oder den Charakteren - sondern wegen dem Schreibstil - um genau zu sein: der Erzählperspektive. In den meisten Büchern wird aus der Sicht eines einzelnen Protagonisten geschrieben, weshalb man oftmals nur in seine Gefühls- bzw. Gedankenwelt abtauchen kann. Dieses Buch hat der Autor aus der Sicht des allwissenden bzw. auktorialen Erzählers geschrieben, was bei einem Krimi dieser Art ziemlich gut ankommt - wenn nicht sogar von Nöten ist. Die Geschichte wird aus Sicht vieler verschiedener Personen geschildert, wobei das Augenmerk immer auf den 3 'Haupthandlungsträngen' liegt. Durch die Erzählperspektive konnte man zwar keine engere Bindung zu den Charakteren aufbauen, was mich aber nicht sonderlich gestört hat. Der Schreibstil gefiel mir an sich ganz gut, wobei ich auch einige Male leicht schmunzeln musste. Manchmal habe ich es als relativ unrealistisch empfunden, wenn es plötzlich zur Rettung in letzter Minute kam. Am Ende des Buches ist man wirklich erstaunt, wie alles miteinander zusammenhängt und das Taten aus der Vergangenheit noch in der Gegenwart Einfluss haben können. Mit der Auflösung der Fälle, welche alle ein großes ganzes gebildet haben, hatte ich nicht gerechnet, weshalb es bis zum Schluss spannend blieb. Die Kapitel waren mir allerdings dann doch etwas zu lang, was daran lag, dass der Autor als Kapitel die einzelnen Tage verwendet hat, in denen die Geschichte spielt. Trotz das der Autor die Rohfassung des Buches schon vor ca. 10 Jahren geschrieben hatte, bin ich erstaunt, wie aktuell die Themen, wie z.B. Flüchtlinge in der heutigen Zeit sind/wieder sind.



Ein interessanter Krimi mit unerwarteten Wendungen, humorvollen Schreibstil mit politisch aktuellen Themen. Wer über längere Kapitel hinwegsehen kann und Lust hat, ein bisschen zu rätseln, der ist hier genau richtig. 



Diese Rezension wurde von Vanessa geschrieben. Vielen Dank für die Gastrezension.

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