Montag, 18. April 2016

[Ein paar Sätze zu...] So bin ich nicht - Anneliese Mackintosh


Wie weit muss man gehen, um neu beginnen zu können?
Greta will nur Liebe, Glück, Mittag essen mit Margaret Atwood und endlich einen echten Orgasmus. Aber vor allem möchte sie ihren Vater zurück, mit dem Trinken aufhören und einmal mit der gutaussehenden Frau mithalten, die immer neben ihr auf dem Laufband läuft und T-Shirts trägt mit Schriftzügen wie »Gut ist das Gegenteil von Großartig«. Sie wünscht sich ein normales Verhältnis zu ihrer Mutter und dass ihre Schwester aufhört zu versuchen, sich umzubringen. Sie würde am liebsten nie mehr Kleidung tragen, nie wieder Fleisch essen oder Milch trinken und für radikale politische Ideen kämpfen. Sie würde gern mehr sie selbst sein. Sie würde gern weniger wollen. Denn immer wenn sie etwas erreicht, wird ihr etwas anderes genommen.
(Quelle: Aufbau
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Die Geschichte fand ich die ganze Zeit über sehr verwirrend. Es wird sehr in dem Leben von Greta hin und her gesprungen und ich hatte Probleme mich zurecht zu finden. Des Weiteren wird manchmal in der ersten Person geredet und manchmal in der dritten.
Durch die verschiedenen Sprünge fiel es mir auch sehr schwer eine Verbindung zu Greta aufzubauen. Ihre Entwicklung wird einfach immer durchtrennt, zurückgesetzt und plötzlich fängt man wieder in der Zukunft an. Zudem empfand ich auch den Umgang mit psychischen Krankheiten als sehr grenzwertig. Ernste Themen werden zwar angesprochen, aber irgendwie fehlte mir die Moral, die tiefgründige Aufarbeitung.
Die Kapitel behandeln alle sehr unterschiedliche Themen.
Die Erlebnisse in ihrer Kindheit stellt Greta sehr positiv dar, mit der Zeit scheint es jedoch bergab zu gehen.
Der Verlust ihres Vaters scheint für sie ein Wendepunkt im Leben zu sein. Sie ist verzweifelt auf der Suche nach sich selbst und versucht herauszufinden was sie von sich und dem Leben eigentlich will.
Sie kompensiert durch z.B. viel Sex mit Fremden.
Der Schreibstil gefiel mir sehr gut. Er ist sehr bildhaft und voller Metaphern.
Ich mag die kurzen Sätze, denn dadurch lässt sich das Buch schnell lesen. Ein bisschen schwer tat ich mich manchmal mit den sehr derben Absätzen, auch wenn mir die Ehrlichkeit gut gefiel.
Ich hatte irgendwie auch auf eine rundes Ende gehofft, etwas, das die ganzen Fäden endgültig verbindet. Am Ende bin ich jedoch kaum schlauer als am Anfang und muss selbst noch unheimlich viele Puzzleteile zusammenbasteln.


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