Dienstag, 12. April 2016

[Rezension] Der Ruf des Henkers - Björn Springorum




England, Mitte des 19. Jahrhunderts Unfreiwillig gerät Richard Winters in die Hände des berüchtigsten Henkers von ganz England. An der Seite von William Calcraft führt er fortan das finstere Leben eines Henkerslehrlings. Rasch merkt er, dass sein strenger Meister ein Geheimnis verbirgt, das seine Welt für immer aus den Angeln heben wird. Richard muss beweisen, dass er dieser Aufgabe gewachsen ist. Doch als er in London ausgerechnet seine große Liebe wiedertrifft, steht urplötzlich noch viel mehr auf dem Spiel …
(Quelle: Thienemann)


Ich bin ja eigentlich nicht so der Historienfreund, aber das alte England fasziniert mich einfach. Besonders die düsteren Seiten haben es mir angetan, da gehören die teilweise gruseligen Hinrichtungen natürlich mit dazu. 

Ich war also sehr gespannt auf diese Geschichte mit Blick hinter die Kulissen eines Henkers, der tatsächlich existiert hat. Ich wusste zwar, das hier Realität und Fiktion vermischt werden würden, aber mein größtes Problem bei der Geschichte war der Fantasyanteil. Dieser war nicht von Anfang an ersichtlich und ich hätte in dieser Geschichte einfach keine Fantasywesen erwartet. Ich hatte einen reinen geschichtlichen Jugendroman erwartet.

Der Schreibstil passt sehr gut in die Geschichte und ist der Zeit angepasst. Ich hatte trotzdem erstmal ein paar Seiten lang Probleme, da es gar nicht so jugendlich geschrieben ist, wie man bei dem Verlag vielleicht erwartet hätte.
Aber auch die Erzählweise fand ich sehr bildhaft. Besonders die Beschreibung des Newgate Gefängnisses und der Hinrichtungen waren atmosphärisch und düster. Und es ist wirklich immer wieder erschreckend zu sehen, wie sich die Menschen von Unglücken und schlimmen Dingen anziehen lassen. Ich finde es immer wieder bedrückend, wenn ich Filme oder Serien sehe und Leute hingerichtet werden. Wie viele Zuschauer es immer gibt.
Aber heutzutage braucht es ja schon nur einen Autounfall geben und die Menschen verrenken sich die Nacken. Da kann man ja nur erahnen was früher bei so "geplanten Grausamkeiten" abging.


Ich fand besonders den Henker William Calcraft sehr gelungen dargestellt. Einserseits ist er sehr kauzig und mürrisch, andererseits sind es diese kleinen Blicke hinter seine Kulissen, die ihn menschlich machen und die zeigen, dass er eigentlich ein großes Herz hat.
Richard, sein Lehrling, fand ich hingegen zu naiv. Ich mochte seine Szenen zusammen mit seinem Meister, aber immer wenn Liz ins Spiel kam, hätte ich ihn gerne geohrfeigt.

Einige Wendungen am Ende habe ich vorhergesehen, andere haben mich überrascht.



Ein Roman, der besonders durch seine spezielle düstere Atmosphäre bestechen kann. Ich persönlich hatte meine Probleme mit dem Fantasyanteil und dem doch etwas leicht naivem Richard.

Kommentare:

  1. Huhu,
    ich stimme dir teilweise zu. Den Fantasyanteil fand ich im Gegensatz zu dir genial ;)

    Liebe Grüße,
    Lisa

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  2. Huhu
    ich find das Cover echt schön und ich mag Geschichten die in und um London spielen
    Einzig der Fantasyanteil macht mir sorgen. Ich lese kaum Fantasy
    aber vielleicht geb ich dem Buch bald mal eine Chance

    Grüße
    Lilly

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    1. Liebe Lilly,
      nicht nur das Cover ist wunderschön, sondern auch die Illustrationen zwischendrin.
      Mach das. :)
      Du kannst dir ja auch mal noch andere Rezensionen anschauen.

      Alles Liebe
      Sophie

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Hallo.
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Alles Liebe, Sophie