Samstag, 29. Oktober 2016

[Rezension] Zombies weinen nicht - Rusty Fischer


In der verschlafenen Kleinstadt Barracuda Bay führt Maddy Swift ein ganz normales Teenagerleben - sie mogelt sich zusammen mit ihrer besten Freundin so durch die Highschool und hofft, dass sich ihr neuer Mitschüler, der gut aussehende Stamp, einmal mit ihr verabredet. Als er das dann endlich tut, ändert sich auf einen Schlag ihr ganzes Leben.

Als sich Maddy in einer Regennacht herausschleicht, um Stamp bei einer Party zu sehen, wird sie von einem Blitz getroffen und fällt in Ohnmacht. Als sie wieder aufwacht, ist sie zunächst glücklich, noch am Leben zu sein. Im Laufe der Zeit dämmert es ihr jedoch, dass sie zu dem geworden ist, was sie am meisten fürchtet: zu einer lebenden Toten, einer Untoten, einem Zombie.

So ganz ohne Herzschlag und Atem muss Maddy mithilfe ihrer neuen untoten Freunde Dane und Chloe nun erst lernen, als Zombie zu überleben. Doch dass sie für ihr neues Leben nach dem Leben dringend ein Umstyling benötigt, ist nur der Anfang all ihrer Probleme. Als an der Barracuda Bay High die Entscheidungsschlacht der drei Teenager gegen die Zerkers, die bösen Zombies ausbricht, muss Maddy ihre ganze Kraft zusammennehmen, um das zu schützen, was ihr am wichtigsten ist - als sie erkennt, was genau das überhaupt ist.


 Zombies sind momentan ja wirklich allgegenwärtig und auch ich komme nicht an Ihnen vorbei. Egal ob nun im klassischen Sinne wie in "The Walking Dead" oder in Komödien wie "iZombie", einer guten Zombiegeschichte kann ich einfach nicht aus dem Weg gehen.

Ich muss gestehen, dass "Zombies weinen nicht" nicht unbedingt auf meiner Leseliste stand, die Prämisse klang einfach zu abgedreht. Und Teenager und Zombies? Das endet meist in einer Katastrophe. Für mich waren Zombies einfach immer irgendwie das Material für Erwachsenengeschichten, viel zu komplex und brutal für Jugendgeschichten.
Zum Glück wurde ich recht schnell eines Besseren belehrt.
Die Protagonistin wird in Bezug auf ihr neues Zombie-Dasein ins kalte Wasser geworden und versucht diesem mit viel Humor und Sarkasmus zu trotzen.
Die Geschichte schreitet weiter fort und Maddy lernt, dass sie nicht alles mit Worten lösen kann. 
An einigen Punkten ist mir Ursprungsgeschichte der Zombies jedoch zu kompliziert und stellenweise etwas löchrig.

Der Schreibstil ist für ein Jugendbuch angemessen, wobei mir sehr selten solche auschoriografierten Kampfszenen untergekommen sind.

Maddys ist der einzige Charakter, der mir wirklich aufgrund der gut ausgearbeiteten Charakterzüge im Gedächtnis bleibt. Sie ist eine nerdige und sehr sarkastische Ausenseiterin, die glaubhaft zu einer mutigen Zombie"kämpferin" werden muss. Negativ finde ich jedoch die Beziehung zu ihrer besten Freundin, die sehr unausgeglichen ist. Die anderen (vielen) Nebencharaktere können auf den wenigen Seitenzahlen zwar unterhalten, aber nicht ins Langzeitgedächtnis überwandern.


Eine kurzweilige Zombiegeschichte, mit einer unterhaltsamen Protagonistin und einem spannenden Endkampf.

Freitag, 28. Oktober 2016

Papierverzierer Halloween Special: Chronik der Hagzissa - Sandra Baumgärtner


Happy Halloween you guys,

egal, ob ihr euch dieses Wochenende in ein Kostüm schmeißt, Horrorfilmen von der Couch aus frönt oder euch einfach mit einem guten Gruselroman im Bett verkriecht; heute seid ihr hier bei mir und ich stelle euch einen ganz wunderbaren Roman vor.

Aber bevor wir uns ins Getümmel stürzen, versorge ich euch mit ein paar Links:


Darum geht es in "Chronik der Hagzissa":
Als Hanna erfährt, dass sie als Haupterbin ihrer Oma eingesetzt wurde, ahnt sie noch nichts von einem uralten Vermächtnis und der dazugehörenden Chronik. Ihre Nachforschungen führen sie zurück ins Zeitalter der Hexenverbrennungen, in dem ihre Urahnin einst einen Kampf gewonnen und teuer bezahlt hat. Während Hanna Seite um Seite der mysteriösen Chronik entschlüsselt, plant ein alter Erzfeind seinen Rachefeldzug. Für Hanna  beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
(Papierverzierer) 


Mir hat die Geschichte rund um die Hexen aus Trier wirklich gut gefallen und hier kommt ihr zu meiner Rezension.
Euch reicht eine Meinung nicht? Dann könnt ihr hier Sarahs Rezension lesen und dann gibt es noch die von Christiane


Hexenverfolgungen und Trier:
Die Hexenverfolgungen gehören wohl zu den finstersten Punkten der Geschichte und das, obwohl das Mittelalter und auch die Frühe Neuzeit ja so schon nicht sonderlich hell und freundlich waren. In vielen europäischen Städten wurden Hexenjagden abgehalten. Eine deutsche Stadt, die leider auch viel von dieser Geschichte miterleben musste, war Trier. Sandra Baumgärtner hat sich in ihrem Roman keine Märchen ausgedacht, sondern recherchiert und clever die ausgedachte Geschichte von Hanna in der Gegenwart mit der realen Vergangenheit verknüpft.

Die Anzahl der verurteilten und hingerichteten "Hexen" weltweit schwankt. Die Dunkelzahlen sind zum einen sehr hoch, zum anderen könnten diverse Mysterien und falsche Aussagen rund um die damalige Zeit, die Zahl auch künstlich gepuscht haben. Die Hochrechnung beträgt etwa 50.000 bis 60.000 Todesopfer. Allein im Heiligen Römischen Reich sollen ca. 25.000 gestorben sein.
Fest steht jedoch, dass zwischen 1586 und 1596 rund 400 Menschen in Trier (ca. 1/5 der damaligen Bevölkerung) der Inquisition zum Opfer gefallen sind. Die Region Trier galt damals als eine der Hexenverfolgungs-Hochburgen in Deutschland.

Es waren bei Weitem nicht nur Frauen, die hingerichtet wurden, sondern auch mehr Männer und Kinder als gedacht. In Trier wurden auch besonders viele Bürgermeister hingerichtet und auch Menschen, die anfangs auf der Seite der Inquisition standen, vielen dem Scheiterhaufen zum Opfer. So auch der ehemalige Richter Dietrich Flade, der 1589 selbst als Hexenmeister brennen musste.
Quelle: Wikipedia
2014 rehabilitierte die Stadt Trier die verstorbenen Menschen. Neben den hingerichteten "Hexen", wurde auch Friedrich Spee geehrt. Er war ein entschiedener Gegner der Hexenprozesse und äußerte sich in seiner Schrift "Cautio Criminalis" gegen die Anwendung der Folter

Wer jetzt denkt, dass diese Hinrichtungen in der Vergangenheit liegen, der täuscht sich. Noch heute werden vermeintliche Hexenin einigen Ländern hingerichtet.


Steckbrief Hanna Strobel:
Alter: 24
Haare: schwarz
Kleidung: schwarz, aber kein Grufti und sie besitzt mindestens ein auberginefarbenes Shirt
Schmuck: trägt eine Kette mit Holzanhänger (ihre Oma hat dieselbe
Wohnort: 2er WG, der sogenannte Hexenschuppen, in Trier
Beruf: Büroarbeit im städtischen Krankenhaus
Status: Nachfahrin einer Hagzissa 
Fähigkeit: sie kann "Heiligenscheine" sehen 
Familie: Mutter nahm sich das Leben, als Hanna 7 war; Großmutter Rosina, die ziemlich viele Geheimnisse hat
Freunde: beste Freundin und Mitbewohnerin Juls (warum zum Geier verhält sie sich in letzter Zeit nur so komisch?)
Musikgeschmack: komisch
Mag: ihren neuen Nachbarn Leif; Juls selbstgemachtes Essen; Schokolade; guter Kaffee; Fledermäus; putzen
Mag nicht: Mode; Glamour; Oberflächlichkeit; kochen; ihren neuen Chef Wolf; Fleisch


Gewinnspiel:

Passend zu Halloween veranstalten wir einen Kostümwettbewerb und natürlich haben wir grandiose Gewinne parat.
Wer sich nicht verkleiden will, kann auch ein Gedicht schreiben bzw. etwas malen oder sich andersweitig kreativ austoben.
Natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen.

Platz 1: Alle 13 Titel der Tour in Printformat. ( sofern nicht vorhanden: Als E-Book Wunschformat) 
Platz 2: Alle 13 Titel im E-Book Wunschformat  
Platz 3: Fünf ausgewählte Titel im E-Book Wunschformat
Mehr zum Gewinnspiel, sowie den Teilnahmebedingungen findest du hier.


Und hier gibt es nochmal eine Übersicht aller 13 Blogger.

18.10. Phönix 1: Sara von Bücherduft  
19.10. Phönix 2: Nenya von Nenyas Bücher Wunderland
   20.10. Phönix 3: Ebru von Alisias wonderworld of books 
21.10. Eiskalter Atem: Lara von Bücherfantasien
22.10. Flüstern der Toten: Janina von Die Bücherfreaks 
23.10. Mit dir kann ich nicht leben: Sandra von buchfeeteam
24.10. 666 – 1: Steffi von Leseengels Buchblog
  25.10. 666 - 2: Annabel von A Bookdemon
26.10. Deadlands: Carmen von Spiegelseelen 
27.10. The Wild Hunt: Sarah von Zeilensprung
28.10. Chronik der Hagzissa: hier bei mir 
29.10. Zombies weinen nicht: Christiane von Chrissi die Büchereule
30.10. Revolver Tarot: Mona von testengels buchfeeling








PS: Wusstet ihr, dass Halloween aus Irland stammt? Ich selbst kann mit Halloween aber gar nicht so viel anfangen. Ich werde wohl entweder bei einer Lesenacht mitmachen (oder eher Leseabend, am nächsten Tag muss ich ja arbeiten) oder irgendeinen gruseligen Film schauen.

[Rezension] Chronik der Hagzissa - Sandra Baumgärtner




Als Hanna erfährt, dass sie als Haupterbin ihrer Oma eingesetzt wurde, ahnt sie noch nichts von einem uralten Vermächtnis und der dazugehörenden Chronik. Ihre Nachforschungen führen sie zurück ins Zeitalter der Hexenverbrennungen, in dem ihre Urahnin einst einen Kampf gewonnen und teuer bezahlt hat. Während Hanna Seite um Seite der mysteriösen Chronik entschlüsselt, plant ein alter Erzfeind seinen Rachefeldzug. Für Hanna  beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.


Seit meiner Kindheit faszinieren mich Hexen und auch heute noch sind sie meine liebsten "Kreaturen". Doch nicht nur die fiktiven Hexen in phantastischen Welten haben mein Herz im Sturm erobert, nein, schon immer hatte ich auch großes Interesse an den Hintergründen der Hexenjagden im Mittelalter. Denn irgendwie gehen "die realen" Hexen ja auch mit den erfundenen Hand in Hand. Ohne eiserne Jungfrauen, Teufelsanbeter und die endgültige Feuerprobe, hätten es wohl weder die Charmed-Schwestern, noch Hanna aus "Chronik der Hagzissa", noch sonstiges anderes Hexenvolk in die Medien der Neuzeit geschafft.

Dieser Roman beginnt in der scheinbar normalen Welt von Hanna, die sich jedoch recht bald eingestehen muss, dass ihr Leben nicht das zu sein scheint, was sie davon dachte. Schon bald lernt sie mehr über ihre familiären Hintergründen und muss feststellen, dass sie eine Hagzissa -eine Hexe- ist. Gemeinsam mit ihrem Nachbarn Leif entschlüsselt sie ihre Familienchronik und durch einige Einschübe aus Sicht der kleinen Joanna im Mittelalter, wird der Roman nie langweilig.
Die Geschichte ist durchweg spannend geschrieben, wobei meine persönlichen Highlights Hanna Erlebnisse in der Gegenwart waren. Mir ihr konnte ich mich einfach am besten identifizieren.

Die Geschichte der Hagzissas aus Trier hat mich den ganzen Fortlauf der Geschichte gefesselt und ich habe recht bald Vermutungen angestellt, was denn da nun genau nach Hannas Leben trachtet. Anfangs noch Vermutungen, wurden diese Überlegungen recht bald Gewissheit. Dies war jedoch so fesselnd verpackt, dass es eigentlich nie hervorsehbar und absehbar war.

Sandra Baumgärtners Erzählstil ist nie überladen, aber immer spannend. Leicht veständlich habe ich die Seiten nur so dahinfliegen sehen.

Hanna war eine Protagonistin nach meinem Geschmack. Bis auf wenige Konstanten in ihren Leben eine Einzelgängerin, hat sie doch die gewissen Portion Humor und Forschungsdrang, der sie nicht langweilig und einsam machte.
Ihre besten Freundin Juls mochte ich am Anfang mit ihrer aufgedrehten Art auch wirklich gerne. Das übersprudelnde Ying zu Hannas ruhigem Yang. Doch was ist nur neuerdings mit der Freundin los?
Den neuen Nachbarn Leif mochte ich irgendwie nicht so richtig. Er war für mich einfach viel zu blass

Zwischen Hanna und Leif entwickelt sich schon recht bald eine innige Liebesbeziehung. Auch wenn zwischen dieser Anziehung im Endeffekt mehr steckt, als Anfangs vermutet, so mochte ich die Beiden zusammen nicht wirklich. Das ist für mich auch das größte Manko am Buch. es erschien mir einfach nicht natürlich, obwohl gerade das so dem Leser so eingebläut werden sollte. Es ging mir zu schnell zwischen Hanna und Leif und die sofortige Ko-Abhängigkeit, wenn wohl auch von der Autorin gewollt, ging mir einfach immer mehr gegen den Strich. Eine unabhängige Hanna hätte, wenn von der Autorin so geplottet, auch ohne Leif agieren können.

Und dann dieses Ende. Das Ende an sich war zwar recht fulminant und nicht ohne genug Action, aber dass die Autorin nun diese "dritte Person" einbinden musste, ist wohl einfach nicht nach meinem Geschmack.





 Eine gut recherchierte Geschichte, die sich gekonnt mit den Hexenprozessen in Trier auseinandersetzt. Diese Vergangenheit wird erfolgreich mit der Gegenwart von Hanna verknüpft. Allein die Beziehung zu Leif und einige Elemente des Endes konnten mich nicht ganz überzeugen.