Donnerstag, 11. April 2019

[Rezension] Monika Loerchner (Hrsg.) - 10 Jahre Acabus Verlag: Die große Acabus Jubiläumsanthologie




10 Jahre acabus Verlag -
Dieses Jubiläum begehen wir mit dem, was wir am besten können: Vielen guten Geschichten!

Wird Ali Hoca wie seine 9 Vorgänger verschwinden? Wieso müssen es jetzt 10 Geißlein sein? Was befindet sich in dem geheimnisvollen Koffer und zu welch drastischem Schritt entschließt sich der Todesengel am 10. Tag?
Tauchen Sie ein in vergangene und zukünftige Welten, reisen Sie mit uns durch Deutschland, in die Schweiz, nach Irland, Island und Israel. Begleiten Sie tapfere Helden in die Schlacht, erschaudern Sie mit William Shakespeare im Angesicht des Teufels und ergründen Sie das Geheimnis der 10. Muse.
In diesem Buch präsentieren Ihnen unsere Autoren und Autorinnen Erzählungen aus den verschiedensten Genres.
acabus – Lies bunter!
(Bild- und Textquelle: acabus)

Der Acabus Verlag ist momentan einer meiner liebsten. Kaum ein anderer Kleinverlag hat so viele verschiedene Genre und hochwertige Geschichten im Angebot wie dieser. Das Motto "Lies bunter" passt einfach perfekt zu diesen besonderen Büchern, die aus dem Einheitsbrei hervorstechen und bei denen man sofort erkennt wie viel Herzblut in ihnen steckt.

Zum 10-jährigen Bestehen des Verlages haben sich nun unter der Leitung von Monika Loerchner 15 Autoren von Acabus zusammengefunden und Kurzgeschichten geschrieben. Die Anthologie deckt fast alle im Verlag erschienen Genre ab - von mit Politik durchdrängten Romanen über historische Geschichten bis hin zu Phantastik.

So unterschiedlich die Geschichten auch sein mögen, sie alle teilen sich ein Leitmotiv - die Zahl 10 spielt in allen eine zentrale Rolle. Manchmal ganz offensichtlich, manchmal wird die Verbindung erst recht spät ersichtlich order nur bei näherem Hinblicken.

Ich habe mich persönlich auf ein Wiedersehen mit der Welt von Nordland in Operation Decem von Gabriele Albers gefreut. Und auch Leser von Markus Walthers Buchland Trilogie können sich auf ein Wiedersehen mit Beatrice freuen. Auch mir gefiel sie und ich denke ich sollte diese Reihe wirklich mal lesen!

Mein Highlight der Anthologie sind die beiden Geschichten am Zehnten Tag von Michaela Abresch und Mit 10 Fingern von Monika Loerchner. In der ersten geht es um den Tod, der die Töchter eines Tintenmachers holen soll. Die Geschichte ist gleichwohl spannend, historisch und fantastisch und könnte mich davon überzeugt haben, Michaela Abreschs Kurzgeschichten aus dem Westerwald doch einmal eine Chance zu geben. Bis jetzt hat mich immer die Location abgeschreckt, aber Michaela schreibt sehr lebhaft und spannend bis zur letzten Zeile. Monika Loerchners Schreibstil liebe ich hingegen seit ihrem Hexenherz Roman und ihre Kurzgeschichte im Stil einer schwarzen Komödie voller Zynismus war so bitterböse, dass sie mich einfach gut unterhalten musste.

Schwer tat ich mich hingen mit den politisch angehauchten Geschichten wie der zehnte Iman oder der geschichtlichen Abhandlung in 10 Monate in Akragas, welches ich nur überflogen habe.

Zusätzlich zu den Geschichten wird auch noch der Verlag und das Team vorgestellt und als jemand der den Verlag schon kannte, gefiel mir dieses kleine Hintergrundwissen sehr gut. So fühlt man sich als Leser viel besser einbezogen und als Teil der Lies bunter Familie.



Nicht jede Geschichte wird jedem Leser gefallen, dafür sind die Stile einfach zu unterschiedlich. Ich glaube aber auch, dass das gar nicht unbedingt vom Verlag gewollt ist. Vielmehr soll die Vielfalt an bunten Geschichten im Verlag gefeiert werden. Alteingesessene Leser sollen ihre Lieblingsautoren wiederfinden und neue Leser einen Einblick in die Verlagsgeschichten bekommen. Und wer weiß: vielleicht findet der ein oder andere Leser dabei ja auch eine neue Herzgeschichte.

Ich bedanke mich beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Donnerstag, 7. Februar 2019

[Rezension] Sarina Bowen- The Ivy Years. Solange wir schweigen




Michael Graham ist geschockt, als er erfährt, dass das neueste Mitglied seines Eishockeyteams ausgerechnet John Rikker ist – der Einzige, der Michaels größtes Geheimnis kennt. Michael weiß augenblicklich, dass für ihn nun alles auf dem Spiel steht, was er sich am Harkness College aufgebaut hat. Aber sein Plan, John wenigstens abseits des Spielfelds aus dem Weg zu gehen, gestaltet sich schwieriger als gedacht. Denn auch nach all den Jahren kann John mit einem einzigen Lächeln seine Welt aus den Angeln heben ... 

(Bild- und Textquelle: Lyx)

 
Liebe Freunde der New Adult Lektüre - darf ich Euch präsentieren: mein (bisher) liebster Teil der The Ivy Years Reihe von Sarina Bowen.

Ich habe schon immer gerne Gay Romance gelesen und ich finde es toll, dass sie jetzt auch in Mainstream Romanen vermehrt vorkommt.

John Rikker wechselt nach einem Vorfall mit seinem Hockeyteam ans Harkness College und mischt das Team gehörig auf. Er ist laut und lustig - und verdammt schwul. Daran müssen sich seine Teamkollegen erstmal gewöhnen - manche händeln das ganz gut, andere nicht so sehr.
Rikker hatte es in seinem Leben und besonders rund um sein Coming Out nicht leicht, aber gerade das macht ihn so menschlich. Er ist verletzlich und das gesteht er sich auch selbst ein. Er macht das Beste daraus und geht seinen Weg und versucht alles, damit ihn andere nicht mehr so verletzten können wie es in der Vergangenheit der Fall war.

Michael Graham ist das komplette Gegenteil von Rikker. Er tut alles was er kann, damit nicht herauskommt, dass er eigentlich nicht auf Mädchen steht. Ein Ereignis in der Vergangenheit macht ihm unheimliche Angst vor einem Coming Out.

Die Liebesgeschichte von Rikker und Graham beginnt wie so viele in diesem Genre: sie mögen sich, versuchen es aber nicht zu zu lassen. Und dann ist da noch ihre gemeinsame Schulzeit, die der Leser in Flashbacks zu sehen bekommt. Man erfährt genau warum Rikker so offen und direkt ist und Graham sich und seine Gefühle lieber hinter einer Mauer verschließen würde wollen. Ich mag die beiden sehr zusammen.
Es gibt ein Wiedersehen mit altbekannten und geliebten Figuren - Hartley ist wieder Teamkapitän und steht von Anfang hinter seinem neuen Spieler. Hartley ist schon eine coole Socke und ein verdammt guter Kapitän und Freund. 

Und auch Bella ist ein genialer Nebencharakter. Sie ist promiskuitiv und steht dazu. Als Student Manager (oder so ähnlich, das Buch liegt zum Nachschlagen leider nicht in Reichweite) hat sie alle Spieler an der kurzen Leine. Man könnte meinen, dass sie sehr oberflächlich ist, aber man merkt, dass sie eine gewissen Leere in sich versucht zu füllen und dass sie eine wunderbare Freundin ist. Genau deswegen freue ich mich darauf, sie im nächsten Band näher kennenzulernen.


 
Solange wir schweigen beschäftigt sich mit Vorurteilen, dem Finden zur eigenen Identität und wie man dann am Ende auch wirklich zu ihr steht. Es geht um echte reelle Freundschaften und dem eigenen Akzeptieren, dass die Liebe eben nicht immer so aussieht wie man es gerne hätte.