Donnerstag, 8. März 2018

[Rezension] 17 Erkenntnise über Leander Blum - Irmgard Kramer



Sie sind talentierte Streetartkünstler und beste Freunde seit frühester Kindheit. Ihre Pieces findet man überall in der Stadt an Mauern, U-Bahn-Waggons und verlassenen Fabrikgebäuden, aber niemand weiß, wer sich hinter dem geheimnisvollen Tag BLUX verbirgt.
Jonas und Leander. Leander und Jonas. Nichts kann sie trennen.
Bis sich Leander in Rapunzel verliebt, das süße Mädchen mit den goldenen Haaren, die bis zum Po reichen. Und Jonas über das Märchen vom chinesischen Pinsel stolpert und sich in eine Katastrophe malt. 

(Bild- und Textquelle: Loewe)



Ich mochte Irmgards Schreibstil schon bei Am Ende der Welt traf ich Noah so gerne und ihre verbildlichte Schreibweise konnte mich sofort wieder gefangen genommen.

Das "große Ganze" wirkt an sich wie ein ganz normaler Jugendroman, aber es sind die kleinen abgedrehten und skurrilen Momente (wie die dicke, nackte Frau, die gemalt wird) und die liebenswerten Beschreibungen, die das Buch schon wieder von der Masse abheben. Wegen eben dieser Szenen würde ich wahrscheinlich fast alles von Irmgard Kramer lesen.  

In diesem Buch befasst sich Frau Kramer intensiv mit der Sprayer-Kultur und man merkt, dass sie viel Zeit und Herzblut in die Recherche gepackt hat.

Die Kapitel sind sehr kurz gehalten und sie sind einmal aus Leanders Sicht (Vergangenheit) und einmal aus Lilas Sicht (Gegenwart) erzählt w. Manchmal wäre es aber vielleicht doch besser gewesen sind nicht so extrem zu splitten, denn sie enden manchmal doch "mitten drin", was mir einen Wiedereinstieg nach einer Lesepause etwas schwierig machte. Des Weiteren gibt es hin und wieder noch Sprünge in der Handlung wodurch ich mich zusätzlich erst mal neu orientieren musste. Besonders am Anfang konnte ich nicht herausfinden, dass diese zwei Erzählebenen eben nicht parallel zueinander laufen und ich fragte mich die ganze Zeit wie Leander und Lila zusammengehören.
 Die Kapitel aus Lilas Sicht gefielen mir sehr gut. Der rote Faden wirkte hier konstanter als in der sprunghaften Story von Leander. 

An die Charaktere bin ich lange Zeit nicht herangekommen. Sie wirken etwas farblos und bis gen Ende der Handlung änderte sich das auch nur langsam.
Auch wenn mich Jonas und Leander solo nicht wirklich von sich überzeugen konnten, ihre Freundschaft ging mir dennoch unter die Haut und man hat ihre brüderliche Verbundenheit gespürt.

Am Ende läuft alles irgendwie zusammen und der große Aha-Moment stellt sich ein. Aber egal wie gut mir das Ende auch gefallen hat, es konnte die verwirrende, flache Handlung am Anfang und im Mittelteil nicht glattbügeln.



Das Buch war am Ende doch sehr tiefgründig und hätte es diesen ersten verwirrenden, zerhackten 150-200 Seiten (minus Lilas-Kapitel in der Gegenwart) nicht gegeben, wäre es ein volles Punktzahl-Buch geworden. So muss ich leider ein paar Abzüge machen. 

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