Montag, 19. März 2018

[Rezension] Catharina Junk - Bis zum Himmel und zurück



Drama, Crime und Love-Stories. Als Drehbuchautorin kann Katja unzählige Leben leben, ohne selbst große Gefühle zu riskieren. Perfekt also. Okay, manchmal kommt Ratko vorbei, aber Liebe ist das eigentlich nicht. Doch als Katja eine Familienserie entwickeln soll, klappt es mit dem Schreiben plötzlich nicht mehr. Ihre eigene Familie ist nämlich ein Trümmerhaufen. Als sich dann ihre Mutter mit einer erschütternden Neuigkeit meldet, wie aus dem Nichts eine Halbschwester auftaucht und Katja ständig an Joost denken muss, kann sie sich nicht länger vor ihrer eigenen Geschichte verkriechen. Die muss nämlich dringend neu geschrieben werden…

(Bild- und Textquelle: Kindler

 

Dieses Buch ...
Dieses Buch hat mich umgehauen und mir den Atem geraubt.

Und ich habe Angst ihm mit meinen Worten nicht gerecht werden zu können.

Catharina Junk schreibt mir einfach aus der Seele. Sie schafft es, dass ich bei Katjas total zerrüttetem Leben heule wie ein Schlosshund, nur um dann auf der nächsten Seite wieder kräftig zu schmunzeln.

Katja hat tiefe psychische Probleme und bekämpft diese mit einer großen Portion Humor und Sarkasmus. Die Schuld, die auf ihr lastet müsste sie eigentlich erdrücken und der Weg zur Selbstakzeptanz ist lang und steinig. Zum Glück hat sie auf diesem Weg Menschen an ihrer Seite, die sie auf die eine oder anderen Weise unterstützen.
Da sind zum Beispiel die neue kleine Schwester, die man einfach liebhaben muss, die beste Freundin, die keine Probleme hat ihr auch mal in den Hintern zu treten und Ratko, der nicht zwingend sympathisch ist, aber Katja viel über sich selbst beibringt.

Catherina sagt selbst, dass sie schwache Charaktere viel interessanter findet als starke Heldinnen. Und ich finde gerade diese Menschen sind die stärksten. Katja findet im Laufe des Buches zu einer inneren Stärke, die uns alle nur inspirieren kann.

Bücher zu lesen, die Themen behandeln, die einem selbst sehr nahe gehen ist immer heikel. Krebspatienten meiden Krebsbücher, ich spitze die Ohren sobald ich mitkriege, dass psychische Krankheiten vorkommen. Und dennoch hoffe ich immer auf ein Buch, in der ich das Gefühl bekomme, verstanden zu sein. Katjas Dunkelheit ist anders als meine, aber ähnlich genug, dass ich mich in ihr wiedergefunden habe. Catherina behandelt das Thema Schuld und zerrüttete Familie sehr sensibel. Nicht auf einer Seite hatte ich das Gefühl, dass sie urteilt oder ausschlachtet.

Damit der Leser sich nicht in Katjas Dämonen verliert, hat Catherina den Beruf der Drehbuchautorin eingebaut, der immer für aufmunternde und helle Szenen herhält. Da die Autorin selbst Drehbuchautorin ist, haben diese eine Authentizität und Ehrlichkeit, die ihresgleichen sucht.
Auch wer gerne über das All und Weltraumfahrten liest, wird hier glücklich werden und die Autorin hat viele kleine Pop Culture Referenzen im Buch versteckt.

 Die Liebesgeschichte, die in der Inhaltsangabe angeteasert wird, verläuft sehr organisch und ist nie der Hauptfokus der Geschichte. Joost ist nicht da, um sie zu retten und das finde ich super. Das muss Katja am Ende nämlich selbst tun.







Ich hatte das große Glück Catherina Junk auf der Buchmesse zu treffen und ich musste mich in der Unterhaltung arg zusammenreißen, um nicht mit Weinen anzufangen. Diese Frau hat genauso viel Tiefgang wie ihre Charaktere und ich kann dieses Buch wirklich nur allen empfehlen, denn es fühlt sich von vorne bis hinten echt an. Die Personen sind nicht perfekt, die Probleme echt und der Humor entwaffnend und ich gehe fest davon aus, dass mich Catherina Junk noch mit vielen weiteren Büchern begeistern wird.

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