Samstag, 30. Juni 2018

[Rezension] Dahmer ist nicht tot - Edward Lee, Elizabeth Steffen



 Im Juli 1991 fasste die amerikanische Polizei einen der teuflischsten Serienmörder der Geschichte – Jeffrey Dahmer. Drei Jahre später wurde er im Gefängnis erschlagen ... Doch kurz nach dem Begräbnis beginnt eine weitere kannibalistische Mordserie.
(Bild- und Textquelle: Festa)


 Jeffrey Dahmer dürfte jedem True Crime Fan ein Begriff sein und auch Menschen, die sich normalerweise nicht damit beschäftigen, dürften von ihm gehört haben. Dahmer hat in den späten 70er bis frühen 90er Jahren beinahe 20 Jungen und junge Männer betäubt, missbraucht, erwürgt, zerstückelt und gekocht.

In dem Buch geht es nicht darum, dass ebendiese Verbrechen vorgestellt werden, es setzt vielmehr danach an. Dahmer ist im Gefängnis und wird von seinem Mithäftling umgebracht. Soweit entspricht das der Realität. (Ich gehe davon aus, dass der Name von Dahmers Mörder aus rechtlichen Gründen geändert wurde, denn der Mann lebt noch. Seine Motivation und Hintergründe wurden jedoch in den Roman mit eingebaut.) Was danach geschieht ist reine Fiktion. Die Morde, denen Ermittlerin Helen Closs jetzt ausgesetzt ist, erinnern so an den verstorbenen Dahmer und auch die gefundenen Beweise deuten immer mehr daraufhin, dass der gefürchtete Mann doch noch lebt, aber das kann ja eigentlich gar nicht sein, oder? Sein Körper wurde doch identifiziert! Das Buch beschäftigt sich mit der Frage „Was wäre, wenn?“ und nimmt den Leser mit auf eine Reise, in der er nie sicher sein kann ob der Serienkiller noch lebt oder ob es ein Nachahmungstäter ist oder wer das nächste Opfern sein wird weiß man auch nicht.

Die Geschichte und die Grundidee finde ich sehr spannend. Die Autoren springen zwischen den Perspektiven von Ellen und dem Killer hin- und her. Und obwohl Helen am Anfang noch sehr sicher ist, dass es ein Nachahmungstäter ist, so wird sie immer unsicherer und verdächtigt am Ende alles und jeden. Und mir als Leser ging es nicht anders. Das Buch spielt wunderbar mit den Ängsten des Lesers.

Helen Closs ist eine toughe Alpha-Frau und durch sie erfährt der Leser mehr zu den polizeilichen Ermittlungen Anfang der 90er Jahre. Das ist wirklich interessant, hin und wieder war das Buch deswegen jedoch auch sehr langatmig, da sich die beiden Autoren auf zu viel anderes als Dahmer konzentriert haben. Das ist wahrscheinlich auch mein größtes Manko an dem Buch: es war teilweise wirklich langweilig, die Autoren verstricken sich passagenweise zu sehr in Erklärungen und Erläuterungen. Das könnte daran liegen, dass Autor Edward Lee und Co-Autorin Elizabeth Steffen, die im Polizeidienst arbeitet und sich mit Serienkillern auskennt, polizeilich- und historisch-akkurat arbeiten wollten und das leider zu Lasten der Spannung gingen.



 Dahmer ist nicht tot fühlt sich sehr real an, was an der realen Grundlage liegen dürfte. Lee hat sich mit Steffen eine Co-Autorin mit fundiertem Wissen dazu geholt. Sie haben zusammen ein glaubhaftes und spannendes Werk geschaffen, dass aufgrund vieler Erläuterungen jedoch sehr an Spannung eingebüßt hat.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Für die erforderliche Zuordnung des Kommentars werden personenbezogene Daten gespeichert, nämlich Name, E-Mail und IP-Adresse und an den Google-Server übermittelt. Weitere Informationen finden Sie in meiner Datenschutzerklärung (https://sophies-little-book-corner.blogspot.de/p/datenschutzerklarung.html) und in der Datenschutzerklärung von Google (https://policies.google.com/privacy?hl=de). Durch Absenden des Kommentars erklären Sie sich hiermit einverstanden.