Sonntag, 29. Juli 2018

[Rezension] The Ivy Years. Was wir verbergen - Sarina Bowen



Direkt bei ihrer ersten Begegnung am Harkness College spüren Scarlet Crowley und Bridger McCaulley die starke Anziehung, die zwischen ihnen herrscht. Jeder Blick, jede flüchtige Berührung lässt ihre Herzen höher schlagen – und es fällt ihnen immer schwerer, einander zu widerstehen. Dabei haben Scarlet und Bridger gute Gründe, sich dem anderen nicht vollkommen zu öffnen. Denn sie verbergen beide ein Geheimnis, das nicht nur ihr bisheriges Leben am College, sondern vor allem auch ihre gemeinsame Zukunft zerstören könnte …
(Bild- und Textquelle: Lyx)


Der erste Teil Bevor Wir Fallen brachte mit den gehandicapten Figuren etwas frischen Wind in das New Adult Genre und das unterliegende Eishockey-Thema wird auch wieder hier aufgegriffen, spielt jedoch ein untergeordnetere Rolle.

Im ersten Teil konnten die Leser Bridger bereits kennenlernen - als typischen Playboy. Im zweiten Band hat er jedoch eine 180 Grad Wende hingelegt, was daran liegt, dass er seine kleine Schwester in seinem Zimmer versteckt, da die Mutter ihren Halt verloren hat. Neben der Uni, unzähligen Nebenjobs und dem Versorgen seiner Schwester, bleibt da keine Zeit mehr für seinen Sport, Partys, flüchtige Mädelsgeschichten oder seinen guten Kumpel Adam aus dem ersten Teil, der hin und wieder mit seiner Freundin Corey vorkommt.

Scarlet ist neu an der Uni und trägt ihr eigenes schweres Geheimnis mit sich herum. Ich werde nicht verraten welches das ist, denn das wird aus dem Klappentext - im Gegensatz zu Bridgers - nicht ersichtlich. Nur so viel dazu: damit habe ich nicht gerechnet und ich denke es wird nicht oft in Romanen, geschweige denn im New Adult, angesprochen.

Was wir verbergen liest sich genauso flüssig und unterhaltend wie Bevor Wir Fallen und beinhaltet dabei schwierigere und tiefgründigere Themen. Die Abhandlung dieser war manchmal jedoch recht fix abgeschlossen - ganz in New Adult Manier. Das fand ich hin und wieder etwas schade, aber dadurch wurde es wenigstens nie langweilig.

Mein größtes Kontra dürfte die Chemie zwischen Bridger und Scarlet sein, die kam bei mir leider nicht ganz an. Separat gefielen mir beide sehr gut und hatten Charakterentwicklung (wenn auch mit einigen fragwürdigen Entscheidungen), gemeinsam konnte ich sie mir jedoch gerade am Anfang nicht ganz vorstellen. Umso offener sie jedoch werden, umso mehr mochte ich sie zusammen.

Die Nebencharaktere fand ich bis auf den Zimmernachbarn (und halt Adam und Corey) unerträglich und im Gegensatz zum ersten Band fehlten mir außer den beiden Protagonisten einige Sympathieträger.



Was wir verbergen ist anders als Band 1 und das ist gut so, denn so wird es nicht langweilig. Das Thema ist mal ein anderes, nur leider gefallen mir Bridger und Scarlet nicht so gut wie Adam und Corey und auch die meisten Nebencharaktere können nicht herausstechen.

Alles in allem ist es ein guter zweite Band, aber der große Wow-Effekt fehlte mir noch. Vielleicht schafft das das Male-Male-Pairing im dritten Band?

Ich bedanke mich beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Montag, 23. Juli 2018

[Rezension] Nordland. Hamburg 2059. Freiheit - Gabriele Albers



Hamburg im Jahr 2059. Die Bundesrepublik ist Geschichte. Die nördlichen Bundesländer haben sich zu „Nordland“ zusammengeschlossen, einem Staat, in dem allein das Geld regiert. Politiker, Richter, Frauen – in Nordlands Hauptstadt Hamburg ist alles käuflich. Als ein Mann aus dem heruntergekommenen Schanzenviertel für ein Verbrechen hingerichtet wird, das er nicht begangen hat, regt sich ein lang vergessener Widerstand. Lillith, die zu den reichen Birds gehört, sympathisiert mit den Rebellen. Sie ahnt, dass mehr hinter dem Aufstand steckt. Aber Nordland ist ein gefährlicher Ort für Frauen, die das bestehende System hinterfragen. Die Männer an der Spitze räumen jeden aus dem Weg, der das fragile Gleichgewicht des Landes bedroht. Und Lilliths Vater ist nicht dafür bekannt, Ausnahmen zu machen …

(Bild- und Textquelle: acabus)



Deutschlands Autoren haben schon einige gute Dystopien hervorgebracht und ich war ganz gespannt auf Nordland, das nicht nur in der wunderschönen Stadt Hamburg spielt, sondern auch das von mir geliebte gesellschaftskritische Thema rund um die Frauenrechte enthält.

 Nordland vereint technologischen Fortschritt mit sozialem Rückschritt und mittendrin ist die junge Lillith, die anfängt die gegenwärtige Situation zu hinterfragen indem sie zufällig mit dem Widerstand und der schlechten Situation der normalen und armen Bürger konfrontiert wird. 

Lillith ist eine badass Lady, die alles hinterfragt sobald sie feststellt, dass ihr Leben auf jeder Menger Lügen aufgebaut ist.

Der Widerstand rund um Bo ist supersympathisch und der Leser fiebert sehr mit ihnen mit und hofft auf einen friedlichen Umbruch.

Mein grötßes Problem mit dem Buch war seine Langatmigkeit. Die Handlung ist sehr spannend, viele Beschreibungen waren mir jedoch zu ausufernd und haben meinen Lesefluss gehemmt.

Auch der Umfang an Personen war am Anfang erst einmal erschlagend, das hat sich mit der Zeit jedoch etwas gelegt.

Ohne zu viel verraten, möchte ich auch noch eine überraschende Wendung am Ende des Buches erwähnen, die mir kurz den Atem raubte.




Nordland hat eine superspannende Grundidee mit interessanten Figuren, der Handlungsfortschritt war mir jedoch zwischenzeitig zu langsam und langatmig und die Buchmagie konnte mich dennoch nicht vollständig erreichen.