Dienstag, 7. August 2018

[Rezension] Harte Zeiten für echte Kerle - Safia Monney



«Nur weil ich Gefühle habe, muss ich noch lange nicht darüber reden.»
Clemens ist Reporter bei einem Männer-Lifestyle-Magazin. Am liebsten berichtet er über alles, was harte Kerle anspricht: Extremsport, Monstertrucks, Grenzerfahrungen. Auf eine Beziehung hat er wenig Lust, einer Affäre ist er aber nicht abgeneigt. So auch, als er am Flughafen mit der faszinierenden Wayra zusammenstößt. Leider stellt sich heraus, dass Wayra seine neue Chefin ist. Sie will dem kriselnden Magazin eine neue Farbe geben, Stichwort: Der moderne Mann und seine Bedürfnisse. Clemens wird das Ressort «Beauty und Wellness» übertragen - und er macht eine ganz neue Art von Grenzerfahrung. 
(Bild- und Textquelle: Rowohlt)


Auf das Buch war ich riesig gespannt, denn Bücher aus Männersicht lese ich verhältnismäßig wenig, vor allem wenn sie sich auch noch mit "Männerthemen" beschäftigen.

In dem Buch werden diverse Stereotypen von Männern vorgestellt - vom altbekannten Neandertaler bis hin zum veganen Hippie der Gegenwart ist (fast) alles dabei. Der Roman setzt sich auf lustige Art und Weise mit dem Verwaschen der Geschlechterrollen und dem Thema toxic masculinity auseinander und fragt dabei ständig "Wann ist ein Mann ein Mann? und "Was ist so falsch daran ein männlicher Mann zu sein?".

Clemens ist ein Arsch. Sagen wir es so wie es ist. Er ist der Typ Mann, den wir wahrscheinlich alle kennen und hassen. Und man macht das Spaß. Er ist das überzogene Beispiel eines Machos und sein Weg um zu beweisen, dass daran nichts verwerflich ist, ist unfassbar unterhaltsam.

Wayra fühlt sich von genau dieser Art sehr angezogen, denn sie selbst ist alles andere als auf den Mund gefallen, was wiederrum Clemens unheimlich anmacht. Ihre Konversationen waren süß, mehr konnte ich den beiden jedoch nicht abgewinnen.


Trotz des Wissens, dass hier mit Klischees en masse gespielt wird, war mir die Handlung zu seicht. Die männlichen Stereotypen waren mir too much, die Handlung oftmals zu abstrus und so richtig Tiefe konnte das Buch auch nie aufbauen, und das obwohl der Leser doch einige sehr wichtige Grundaussagen im Roman finden kann - man muss nur tief graben und dabei mitdenken.


Trotzdem war das Buch wirklich lustig und es war auf keiner Seite langatmig. Die Geschichte lebt vom Humor und der Tatsache, dass sie sich selbst nicht zu ernst nimmt. Manchmal wäre etwas Realität aber vielleicht gar nicht schlecht gewesen.


Das Buch ist eher leichte Lektüre und unterhält mit gutem Humor besonders im Sommer. Leider war mir die Handlung jedoch auch für Unterhaltungsliteratur zu seicht und so ganz ist der Funke nicht übergesprungen.

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